Es klingt sehr ambitioniert, was die Frankfurter Allgemeine Zeitung über die neuesten Pläne der Odenwaldschule (OSO) berichtet. Die neue Schulleiterin Katrin Höhmann, vorübergehend im Amt, will für Gewaltenteilung und klare Zuständigkeiten sorgen. Das Personal soll aufgestockt werden und Weiterbildung erhalten. Und nach anderthalb Jahren Aufregung und Zank soll es auch mal wieder um den Unterricht gehen.

2010 hieß es, die Schule wolle den Missbrauch modellhaft aufarbeiten. Es ist ihr nicht gelungen. Nun will die OSO "ein Vorbild für differenzierte Präventionskonzepte in pädagogischen Einrichtungen werden", zitiert die FAZ die neue Leitung. Der Anspruch auf Vorbildcharakter der Schule ist mittlerweile so notorisch wie unglaubwürdig.

Sicherlich muss sich die Schule Gedanken über ihr Konzept machen, wenn weiterhin Eltern ihre Kinder ins Oberhambachtal schicken sollen. Doch über all dem Sinnen über die Zukunft darf die Aufarbeitung nicht vergessen werden. Damit ist nun ausgerechnet die ehemalige Schulleiterin Margarita Kaufmann beauftragt, die unter der Last des Skandals monatelang erkrankt war. Die Frage der Entschädigung ist weiterhin nicht geklärt. Für die Opfer ist das zermürbend.