Es gibt viele Gründe, warum ältere Menschen olfaktorisch unangenehm auffallen können: Sie leben in schlecht gelüfteten Wohnungen, haben öfter Probleme mit den Zähnen, und wenn sie viele Medikamente nehmen, geht von ihnen ein "medizinischer" Geruch aus. Vor allem aber lässt im Alter der Geruchssinn nach – und dann zieht der ältere Mensch vielleicht ein Hemd an, das er früher naserümpfend zur Schmutzwäsche gelegt hätte.

Das alles sind äußere Faktoren, die zum Geruchscocktail "Alter Mensch" führen können. Aber riecht der alte Körper wirklich anders? Japanische Forscher behaupteten 2001 , im Körpergeruch von über 40-Jährigen eine besonders hohe Konzentration des Aldehyds 2-Nonenal gefunden zu haben, und machten dessen ranziges Aroma für den Altersgeruch verantwortlich.

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"Ich denke nicht, dass ich so schlecht rieche – meine Frau hätte sich schon vor Jahren beschwert", fand hingegen George Preti , selbst über 40, vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia. Er ließ 25 Freiwillige aller Altersklassen kräftig Treppen steigen, fing ihren Schweiß auf.

Tatsächlich, so zeigte die Analyse, setzte sich der Altersschweiß geringfügig anders zusammen, aber den in Japan identifizierten Stinkfaktor fand Preti nicht. Er führt das auf Ernährungsunterschiede zurück – wer, wie die Japaner, viel Fisch esse, sammle ungesättigte Fettsäuren an, die dann zu 2-Nonenal abgebaut würden.

Das Fazit, zumindest für westliche Senioren: Niemand muss im Alter müffeln, wenn er regelmäßig auf die persönliche Hygiene achtet.

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