Zum Umhängen: Anfangs verkauften Didier Bertrand und sein Freund Adolphe Besnard Kuchen und Kekse. Verpackt in kleine Kartons, die sie mit Postkarten aus der Sammlung von Adolphes Großmutter schmückten. Heute zieren die Motive mit den Damen aus den zwanziger Jahren Handtaschen, Geldbörsen, Kleider, Handspiegel und Notizbücher. Traumhaft verklärt oder lustvoll verführerisch schauen die Damen. Bertrand hat ihnen auch Namen gegeben: Mercedes, Elisa oder Maria Rosa. Und dann ist noch Tosca als Motiv hinzugekommen – das ist die französische Bulldogge von Adolphe.

Für Elisa: Die Damen auf den Taschen von Les Cakes de Bertrand zierten früher Postkarten und haben alle Namen.

Boutique Les Cakes de Bertrand, 137, Rue Vieille du Temple, 75003 Paris, Métro: Filles du Calvaire. Mo–Sa 12–19 Uhr, So 14–19 Uhr

Zum Lesen: Der Élysée-Palast und die Boutiquen der französischen Luxusmarken sind nur wenige Schritte entfernt. Und so exquisit wie das Umfeld, so erlesen ist Diane de Selliers Buchladen in der Rue d’Anjou, Nummer 20. Denn jedes Jahr verlegt de Selliers nur ein Buch. Sie bringt Weltliteratur mit den Werken der großen Maler zusammen. Dantes Göttliche Komödie mit Illustrationen von Botticelli zum Beispiel oder zuletzt Goethes Faust mit den Mephisto-Illustrationen von Eugène Delacroix.

Diane de Selliers Editeurs, 20, Rue d’Anjou, 75008 Paris, Métro: Madeleine, Concorde, Miromesnil. Mo–Do 9–13 und 14–18 Uhr, Fr 9–13 und 14–17 Uhr. Die großformatigen Bände (24,5 x 33 cm) sind limitiert und trotz des Preises von 850 Euro oft schnell vergriffen. Für 50 Euro gibt es Nachdrucke als Taschenbücher

Für die Küche: Man muss kein Spitzenkoch sein, um sich in diesem Wunderland der Kochutensilien für ein paar Stunden zu verlieren. Bei Dehillerin gibt es auf zwei Etagen schlicht alles für die Küche, von Töpfen, in die halbe Kälber passen, über winzige Kuchenformen bis hin zu Dingen, von denen selbst fortgeschrittene Hobbyköche keine Ahnung haben, wozu sie dienen könnten. Die Geschäftseinrichtung scheint noch aus dem Gründungsjahr 1820 zu stammen, das Verkaufspersonal ist jedoch up to date und spricht auch Englisch.

E. Dehillerin, 51, Rue Jean-Jacques Rousseau, 75001 Paris. Métro: Les Halles. Mo 9–12.30 und 14–18 Uhr, Di–Sa 9–18 Uhr

Ohne Schnörkel: Der jüngste Duft aus dem Hause Frédéric Malle, kreiert von Dominique Ropion.

Zum Riechen: Diese Parfümerie gleicht einem Labor, die Flakons erinnern an Apotheken-Tinkturen, und auch ihrem Inhalt verbietet Frédéric Malle jeden Schnörkel. Seine Düfte haben eine zentrale Note. Kenner schwärmen vom "Autorenkino der Parfümerie". Der Enkel des Dior-Parfum-Gründers Serge Heftler hat als Parfümeur für die großen französischen Häuser gearbeitet, ehe er sein eigenes Label gründete. Er lässt sich bei der Arbeit zuschauen und lädt die berühmtesten Kollegen ein, einen Duft für ihn zu kreieren. Etwa alle zwei Jahre bringt Malle so ein neues Parfum heraus, zuletzt "Portrait of a Lady".

Editions de Parfums Frédéric Malle, 37, Rue de Grenelle, 75007 Paris, Métro: Rue du Bac. Mo 12–19 Uhr, Di–Sa 11–19 Uhr. Weitere Shops: 140, Avenue Victor Hugo und 21, Rue du Mont Thabor. 50 ml kosten 145 Euro, 100 ml 215 Euro, und für das Handgepäck gibt es 3 x 10 ml für 90 Euro

Zum Verschenken: Auf den ersten Blick mag Valerie Fleurent-Didiers Geschäft winzig erscheinen, doch es ist eine schier endlose Fundgrube an originellen Kreationen von Taschen und Schals über Modeschmuck und T-Shirts bis hin zu Lampenschirmen. Fast alles stammt von jungen französischen Designern. Vieles eignet sich als Mitbringsel wie die handbestickten Broschen aus der Serie "les french mademoiselles". Alles andere schenkt man sich einfach selbst.

French Touche, 1, Rue Jacquemont, 75017 Paris, Métro: La Fourche. Di–Fr 13–20 Uhr, Sa von 11–20 Uhr

Auf ein Wort: Buchstaben von A bis Z zum Verschönern der eigenen vier Wände gibt es bei Kidimo.

Zum Dekorieren: Hier gibt es buchstäblich alles von A bis Z. Bei Kidimo wühlt man sich durch ausrangierte Geschäftsbeschriftungen, aufsortiert in einzelne Lettern von ein paar Zentimetern bis hin zu einem knappen Meter Höhe. Manche von ihnen stammen gar von ehemaligen New Yorker Theater-Billboards. Wer gerade eine Schreibblockade hat, kann einen kompletten Schriftzug erstehen und sein Wohnzimmer fortan beispielsweise als "Boulangerie" kennzeichnen.

Kidimo, 227, Rue Saint-Denis (im Innenhof), 75002 Paris, Métro: Réaumur-Sébastopol. Terminvereinbarung unter contact@kidimo.com. Die Buchstaben kosten ab 30 Euro aufwärts, ganze Schriftzüge beginnen bei rund 1.000 Euro

Für Genießer: Seine Stammgäste, darunter viele Politiker, brachten Claude Perraudin auf die Idee, neben seinem Restaurant eine Épicerie zu eröffnen: Sie bedauerten, seine Gerichte nicht zu Hause genießen zu können. Seit zwei Jahren kann man nun frische und konservierte Terrinen, Salami, Lachs, aber auch Klassiker wie Boudin noir, Cassoulet oder Foie gras, hausgemacht nach Père Claudes Rezept, erstehen. Die passenden Weine findet man hier ebenso wie eine große Auswahl an Salzen und Gewürzen. Ideale Station für ein Picknick unterm Eiffelturm, der nur wenige Minuten entfernt ist.

L’épicerie du Père Claude, 4, Rue du Général de Castelnau, 75015 Paris, Métro: La Motte-Picquet-Grenelle. Di–So 10–23 Uhr