Der Krieg der Japaner mit den Alliierten endete am 15. August 1945 durch die bedingungslose Kapitulation Japans, aber auf diversen kleinen Inseln im Pazifik hielten noch Tausende von japanischen Soldaten aus. In den folgenden Jahren wurde immer wieder versucht, diese "Holdouts" etwa durch den Abwurf von Flugblättern zum Aufgeben zu bringen, aber viele hielten das für eine Propagandaaktion.

Der bekannteste Holdout und gleichzeitig der vorletzte, der seinen Widerstand aufgab, war Onoda Hirō. Der hielt sich bis zum März 1974 auf der philippinischen Insel Lubang versteckt und gab erst auf, als sein glücklicherweise noch lebender Vorgesetzter ihm persönlich erklärte, dass der Krieg vorbei war.

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Hirō trug dabei immer noch seine sorgfältig geflickte Kriegsuniform und war im Besitz von Waffen und Munition. Er hatte sein Leben auch nicht als Eremit verbracht, sondern die Waffen durchaus eingesetzt: Er tötete während dieser Zeit etwa 30 Menschen, lieferte sich Schießereien mit der philippinischen Polizei und verbrannte mehrmals die Reisernte örtlicher Bauern. Nach seiner Aufgabe wurde er vom philippinischen Präsidenten Marcos begnadigt und ging als Volksheld zurück nach Japan, wo er noch heute lebt.

Ein halbes Jahr nach Hirō gab der vorerst letzte Holdout auf, Nakamura Teruo, ein Taiwanese, der in der japanischen Armee gedient hatte. Das ist nun bald 37 Jahre her – mit weiteren Fällen ist wohl kaum zu rechnen.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unterwww.zeit.de/audio