Volkan Güney Kuru, 20, Türkei:

"Die Medien sind nicht frei in der Türkei. Viele Journalisten haben Angst, ihre Meinung zu äußern . Sie wollen es sich nicht mit der Regierung verscherzen. Die Medien und die Gesellschaft müssen offener werden. Doch dafür müsste man auch das Bildungssystem verändern. Zum Beispiel lernen wir in der Schule kaum politische Hintergründe. Vielleicht will die Regierung, dass wir nicht so viel denken, einfach nur arbeiten und nichts kritisieren. Ich weiß noch nicht, ob ich nach dem Studium in der Türkei bleibe.

Ich interessiere mich zwar für Medien und habe gerade erst beim türkischen Radio und Fernsehen hospitiert. Aber Journalist will ich nicht werden, sondern lieber einmal im Ausland für eine internationale Organisation wie die Unesco arbeiten. Jetzt ziehe ich erst einmal nach Istanbul, um dort Soziologie und Kommunikationswissenschaft zu studieren."

Uta Friedrich, 25, Ungarn:

"Journalisten haben es schwer bei uns. Sie verdienen im Durchschnitt vielleicht 500 bis 600 Euro im Monat. Normalerweise können sie sich keine eigene Wohnung und kein eigenes Auto leisten. In Szeged arbeite ich neben dem Studium für alternative Medien. Für einen Artikel in einem Magazin, der über zwei bis drei Seiten läuft, bekomme ich etwa zehn Euro. Deswegen wohne ich noch bei meiner Mutter. Ich blogge auch und moderiere beim freien Rádió Mi .

Mit der Zensur hatten wir noch keine Probleme, aber wir bemühen uns auch, das Radio frei von politischen Inhalten zu halten und ein Kulturprogramm zu bieten. Meiner Meinung nach versucht die Regierung, alternative Medien einzuschränken. Es werden auch viele soziale Zentren dichtgemacht, weil sich dort freie Denker treffen. Wir haben zwar keine Beweise dafür, aber ich glaube, dass das der Grund ist."

Labinot Hajdari, 26, Kosovo:

"Im Kosovo wird kaum zensiert. Wir sind das jüngste Land in Europa und schauen positiv in die Zukunft. Wir träumen davon, einmal der Europäischen Union beizutreten. Vieles hat sich seit der Staatsgründung für uns verbessert. Journalisten können die Regierung kritisieren, ohne dafür bestraft zu werden. Dennoch muss das Land die Situation für Journalisten absichern. Sie leben zwar nicht gefährlich, aber es gibt keine Gesetze, die uns schützen.

Ich hatte noch nie Probleme mit der Regierung, obwohl ich zweimal im Monat Kolumnen veröffentliche und auch mal kritisch über die Innenpolitik schreibe. Journalismus ist aber eher ein Hobby für mich, ich möchte lieber mal als Diplomat arbeiten. Das Leben als Reporter ist mir zu anstrengend, da braucht man sehr viel Energie und hat nie Feierabend. Aber ich möchte im Kosovo bleiben und für mein Land arbeiten."