Bescheiden war Andrew Mason nicht. "Wir schreiben Geschichte", deklarierte der Mitgründer und Vorstandschef von Groupon vor zwei Wochen in einem internen Rundschreiben an seine Mitarbeiter. Verärgert über öffentliche Kritik von Analysten und Presse an seinem Unternehmen und Gerüchte über angebliche Kapitalnöte, ließ er in einer seitenlangen Nachricht wissen: "Wir waren nie stärker."

Groupon ist eine Mischung aus virtuellem Einkaufsclub und Rabattmakler für die Internetgeneration . Zusammen mit Facebook, LinkedIn, Twitter und dem Spielehersteller Zynga gehört Groupon zu den immer noch jungen, aber dafür extrem hoch bewerteten Internetunternehmen. Mason hatte allen Grund für sein forsches Auftreten: Rund 20 Milliarden Dollar sollte das drei Jahre alte Unternehmen beim geplanten Börsengang wert sein.

Doch das Debüt ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben . Düstere Erinnerungen an den ersten Internetboom wurden wach. Würde das Web 2.0 so enden wie sein Vorläufer?

Seit dem großen Internetcrash vor zehn Jahren hat das Misstrauen der Anleger die Technologieunternehmen begleitet. Bis Facebook kam. Die Euphorie um das globale Kommunikationsnetz erfasste Analysten wie Pensionskassenverwalter. Die Investmentbank Goldman Sachs versuchte gar, einen eigenen Fonds aufzumachen, um Investoren quasi durch die Hintertür eine Beteiligung an dem nach wie vor privaten Unternehmen zu ermöglichen.

Das Start-up-Unternehmen des Harvardstudenten Mark Zuckerberg wird heute an der Wall Street mit 80 Milliarden Dollar bewertet. Und Insider sind überzeugt, dass sich der Wert der Anteile nach dem Börsengang verdoppeln werde. Andere sogenannte Social-Media-Unternehmen profitierten davon. Beim Börsengang im Mai schnellte LinkedIn , das Geschäftskontaktpflege per Internet ermöglicht, auf Anhieb 170 Prozent nach oben. "Angesichts der Bewertungen würde ich durchaus von einer Blase reden", sagt David Menlow vom unabhängigen Investmenthaus IPO Financial.