Warum stechen Mücken manche Menschen häufiger als andere? Die volkstümliche Erklärung mit dem "süßen Blut" ist Unsinn , aber Eigenschaften des Bluts können tatsächlich das Stechverhalten der Mücken beeinflussen.

Denn Mücken orientieren sich am Geruch, sie nehmen neben der CO₂-Ausdünstung eines Menschen auch seine individuelle Duftnoten wahr. Und die Blutgruppen lassen uns offenbar unterschiedlich riechen. Der japanische Forscher Yohikazu Shirai berichtete 2004 in der Zeitschrift Journal of Medical Entomology von einem entsprechenden Experiment. Er ließ Mücken auf den Armen von 64 Versuchspersonen landen. Damit die Sache nicht zu schmerzhaft wurde, hatten die Wissenschaftler den Mücken vor dem Experiment die Stechrüssel amputiert.

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Da Mücken wohl kaum das Blut riechen können, das in den Adern fließt, ist neben der Blutgruppe entscheidend, ob eine Person ein sogenannter "Sekretor" ist – das heißt, ob die entsprechenden Antigene auch in Körperflüssigkeiten wie Speichel und Schweiß enthalten sind. Das Ergebnis der japanischen Experimente: Sekretoren mit Blutgruppe 0 zogen die Tiere doppelt so stark an wie Sekretoren mit Blutgruppe A. Die Blutsorte kann also tatsächlich das Stechverhalten von Mücken beeinflussen.

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