Fahrradfahren beibringen

Hannelore Herlan, Sprecherin der Deutschen Verkehrswacht

Wenn das Kind drei Jahre alt ist, kann man anfangen zu üben. Ich empfehle dringend, zuerst ein Laufrad zu benutzen, das Bewegungsabläufe schult, die für das Fahrradfahren später unverzichtbar sind: das Lenken und den Umgang mit zwei Rädern. Von Stützrädern rate ich dringend ab! Sie verzögern den Lernprozess, denn mit Stützrädern lernen Kinder nicht, ihr Gleichgewicht zu halten. Wenn es dann losgeht, stellen Sie sich hinter das Fahrrad und halten es fest, während Ihr Kind aufsteigt. Warten Sie, bis Ihr Kind die Füße richtig auf beide Pedale gesetzt hat. Schieben Sie das Kind auf dem Fahrrad jetzt ein bisschen an, halten Sie aber ruhig noch das Rad am Sattel oder am Gepäckträger fest. Wenn Sie das Gefühl haben, loslassen zu können: Machen Sie das auch! Das Kind wird schlingern, das ist normal. Buchstäblich Meter für Meter lernt es jetzt, selbst zu fahren. Loben Sie die ersten Versuche. Wenn das Kind stürzt, sollten Sie es trösten und dann möglichst gleich weiterüben. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind Angst vorm Fahrradfahren aufbaut.

Die besten Bücher vorlesen

Iris Radisch, Literaturkritikerin der ZEIT

Auch Kindern, die schon lesen können, sollten Väter vorlesen. Am besten diese Bücher:

Steve Augard, Das kleine Volk : Das perfekte Vorlesebuch für Kinder unter zehn Jahren. Superspannend, sprachlich wunderbar. Es geht um ein Elfenreich, Gefahr und Rettung.

Laura Ingalls, Laura : Ein Lebensbegleitbuch für Mädchen um acht Jahre. Eine Familiengeschichte aus der Pionierzeit, Leben mit Wölfen, unbedingt alle Bände vorlesen!

Cornelia Funke, Igraine : Ein Ritter- und Zauberbuch, lustig und traurig.

Astrid Lindgren, Die Brüder Löwenherz : Der Klassiker für Kinder bis zehn Jahre, darf auf keinen Fall fehlen, ergreifend, nervenaufreibend.

P. L. Travers, Mary Poppins : Fantasievoll, zauberhaft. Das Wunderbare im bürgerlichen Kinderalltag. Für Kinder ab acht.

Frances Hodgson Burnett, Der geheime Garten : Für Jungen und Mädchen in der Grundschule. Ein schrulliges Schloss, Geheimnisse, Kindereinsamkeit und wie man da wieder rauskommen kann. Langsameres Tempo, sehr poetisch.

Etwas Kleines kochen können

Douce Steiner, Sterneköchin des Restaurants Hirschen, Sulzburg

Crêpes mit Zwetschgen:

Man braucht ¼ l Milch, 2 EL Mehl, 3 EL Zucker, 3 Eier, 30 Zwetschgen. Zwetschgen halbieren und entkernen, auf ein Blech legen, mit 2 EL Zucker bestreuen und bei 160 Grad 10 Minuten im Ofen garen, bis sie weich sind. Mehl und Milch mit einem Schneebesen verrühren, den restlichen EL Zucker und Eier dazugeben, aufschlagen. In der Pfanne je einen kleinen Schöpfer Teig mit ein paar Tropfen Pflanzenfett ausbacken. Schwenken, damit die Masse gut verläuft. Wenden, auf beiden Seiten goldbraun braten. Zwetschgen darauf, servieren. Die Zutaten reichen für wenigstens zehn dünne Crêpes.

Bruschetta:

4 Scheiben Graubrot rösten, 2 große Tomaten ohne Haut (Tomaten kreuzweise einschneiden und mit kochendem Wasser übergießen – so lässt sich die Haut abziehen) und Kerngehäuse in kleine Würfel schneiden und mit Salz, Pfeffer und zwei Esslöffeln Olivenöl anmachen. Mit Basilikumstreifen verfeinern. Dann auf die gerösteten Graubrotscheiben verteilen und mit Parmesan dekorieren.

Haare waschen und kämmen

Sabine Walder, Friseurmeisterin "Kinderstolz", Mühlheim-Selbeck

Bemerkungen wie "Jetzt wird dies und jenes gemacht, tut gar nicht weh, brauchst gar keine Angst zu haben!" ängstigen Kinder. Gehen Sie das Haarewaschen an als das, was es ist: eine belanglose Tätigkeit. Kinder weinen oder schreien dabei nicht, weil sie Angst haben. Sie haben keine Lust. Wichtig ist, dass Sie zügig arbeiten. Ein trockener Waschlappen vor den Augen verhindert, dass das Kind Wasser ins Gesicht bekommt. Der Kopf des Kindes geht nach hinten, und Ihre freie Hand macht an der Stirn eine Schaufelform und streift das Wasser vom Haaransatz nach hinten. Prüfen Sie die Temperatur des Wasser erst am Handgelenk – lauwarm ist am besten. Benutzen Sie ein Shampoo, das nicht in den Augen brennt. Die Haare kämmt man am besten mit einer Naturborstenbürste. Damit bekommen Sie die Knoten heraus, ohne dass es wehtut. Tägliches Kämmen ist wichtig, um Verfilzungen zu vermeiden.