DIE ZEIT: Was haben Sie in jedem Hotel dabei?

Paul Smith: Einen schwarzen Braun-Wecker von Dieter Rams aus den sechziger Jahren. Ich will mich nicht auf den Weckruf der Rezeption verlassen. Das ist ein Sicherheitstick von mir. Außerdem sehe ich so sofort die Uhrzeit, wenn ich mal nachts aufwache.

ZEIT: Was brauchen Sie in einem Hotel, um sich wohlzufühlen?

Smith: Eine Klimaanlage, die ich selbst regulieren kann. In vielen Häusern ist sie auf Eiseskälte eingestellt, und man kann sie nur ausschalten oder auf Hochtouren laufen lassen. Und dann habe ich am nächsten Morgen einen steifen Nacken von der Zugluft. Wichtig ist mir auch ein zweites großes Kissen. Damit ich es gemütlicher habe, wenn ich abends auf dem Bett liege und lese.

ZEIT: Was ist Ihnen im Badezimmer wichtig?

Smith: Dass sich die Wanne schnell füllt. Und die Waschbeckenbeleuchtung muss stimmen. Ich fühle mich wohler, wenn der Spiegel von beiden Seiten angestrahlt wird und das Licht nicht so erbarmungslos von oben kommt.

ZEIT: Haben Sie ein Lieblingshotel?

Smith: Ich arbeite besonders gerne im Park Hyatt in Tokyo , da habe ich mein Stammzimmer in der 42. Etage. Es gibt eine kleine Sitzecke, die sich hervorragend für Meetings eignet. Dieses Hotel ist auch das einzige, in dem ich das Restaurant besuche. Es hat drei verschiedene; ich bevorzuge den New York Grill. Da helfen mir die Köche, wenn ich mal nichts auf der Speisekarte finde. Ich mag unprätentiöse Gerichte, ein gutes Steak vom Kobe-Rind oder gegrillten Fisch, über den ich feinstes Olivenöl gieße.

Wenn Sie wissen möchten, was ein Hotel berühmt macht und was Berühmtheiten in ein Hotel bringt, klicken Sie bitte auf das Bild. © Roman Kuhn für DIE ZEIT

ZEIT: Verraten Sie uns doch bitte noch, wo Sie privat gerne absteigen?

Smith: In Langar Hall , einem alten Landhaus in der Nähe von Nottingham, meinem Geburtsort. Dort übernachte ich, wenn ich von London mal wieder in den Norden fahre. Es gibt neun Zimmer, die Besitzerin ist eine schrullige Frau von 73 Jahren. Sie musste vor einiger Zeit ihr Wohnhaus zu einem Hotel ausbauen, um die Instandhaltung zu bezahlen. Man fühlt sich dort, als besuche man seine alte Tante: An den Wänden hängen Ölgemälde, in den Regalen stehen ihre Bücher, und sie stellt immer frische Blumen in die Zimmer.

ZEIT: Wann waren Sie zuletzt enttäuscht von einem Hotel?

Smith: Ich war kürzlich im Saratoga Hotel in Havanna , einem hübschen alten Haus im Zentrum. Allerdings waren die Fenster nur einfach verglast, und auf der Straße fuhren rund um die Uhr Autos und Motorräder. Ich konnte sechs Nächte lang nicht gut schlafen.