Seit Kurzem ist Emma mobil. Sie robbt durchs Wohnzimmer, krabbelt über die Türschwelle und entdeckt dahinter den Rest ihrer kleinen Welt. Damit ihr auch in Zukunft alle Türen offen stehen, würden ihre Eltern Christian und Marina Gonnermann gerne ein wenig Geld zur Seite legen. 50 Euro will das Elternpaar aus Nordhessen monatlich für die Kleine auf die Seite legen. Je früher damit anfangen, desto mehr wird Emma irgendwann davon haben, denken beide. Doch die Schuldenkrise in Europa und den USA vor Augen, wissen sie nicht so recht, was sie mit dem Geld anstellen sollen?

Ein Patentrezept für die richtige Vorsorge der Kids gibt es schließlich nicht. Dabei komme es darauf an, wie viel Zeit zur Verfügung stehe, wie flexibel die Anlage sein solle und ob Eltern eher auf Sicherheit setzten oder bereit seien, Risiken einzugehen, sagt Marion Weitemeier von der Zeitschrift Finanztest.

Zunächst die eigene Absicherung überprüfen

Wer wie die Gonnemanns gleich nach der Geburt des Kindes mit Sparen anfängt, für den seien auch in Krisenzeiten Fonds die richtige Wahl, versprechen sie doch die höchste Rendite, bergen aber auch das größte Risiko. »Nur langfristig empfiehlt es sich, in Aktienfonds zu sparen«, sagt Verbraucherschützer Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Über die Jahre profitiert der Käufer eines Sparplans sogar von starken Kursschwankungen wie derzeit, weil sie für den immer gleichen Betrag bei niedrigen Kursen mehr Fondsanteile bekommen als in Zeiten stark gestiegener Kurse. Fondssparpläne sind zudem flexibel zu handhaben. Kunden können sie kostenfrei unterbrechen, die Ratenhöhe jederzeit ihren Einkommensverhältnissen anpassen oder Anteile verkaufen.

Um das Risiko zu streuen, empfehlen Experten wie Verbraucherschützer internationale Aktien- oder Mischfonds. »Eltern müssen in der Lage sein, kurzfristige Verluste auszuhalten«, sagt Weitemeier. Außer finanziellen Reserven und guten Nerven sollten sie Zeit und Sachverstand haben, um die Entwicklung ihrer Fonds zu beobachten. Wichtig für die Entscheidung, in welche Fonds sie investieren, ist auch die Höhe der Verwaltungs- und Vertriebskosten. Bei einigen Direktbanken im Internet entfallen etwa die sogenannten Ausgabeaufschläge.

Eltern, die später mit dem Sparen anfangen, sollten Aktienfonds meiden. »Je kürzer der Anlagehorizont ist, desto sicherer sollte die Anlage sein«, sagt Weitemeier. Sicherheit bieten etwa Sparpläne – mit festem oder variablem Zinssatz. Der Nachteil bei beiden Modellen: Während der vereinbarten Spardauer müssen Kunden Zinsabschläge in Kauf nennen, wenn sie das Geld vor Ablauf der Sparfrist benötigen und den Sparplan kündigen.

Sind die Kinder schon älter, kann deshalb auch ein Tagesgeldkonto das Richtige sein. Zumindest vorübergehend, wenn Banken wie derzeit die Postbank mit Zinssätzen von fünf Prozent um neue Kunden buhlen. Über Tagesgeld können Eltern jederzeit verfügen, solange die Bank nicht pleitegeht oder der Staat sie nicht pleite gehen lässt.