Beliebt ist vor allem die Zahnzusatzversicherung, weil die gesetzlichen Kassen nur 50 bis 65 Prozent der Kosten für die Regelversorgung übernehmen – je nachdem, wie gut ein Patient seine Zähne gepflegt hat und wie regelmäßig er zur Vorsorge erschienen ist. Eine Ergänzungspolice ist vor allem für jene sinnvoll, die teure Wünsche wie Zahnimplantate oder Inlays haben. Sie brauchen einen leistungsstarken Tarif, der je nach Alter bei Vertragsabschluss 20 bis 40 Euro im Monat kostet. Ärgerlich, wenn man dabei auf Angebote hereinfällt, die zwar mit hohen Erstattungen in Prozent werben, diese Prozentangabe aber nicht auf die Gesamtrechnung beziehen, sondern nur auf die Regelversorgung für Kassenpatienten. Mit einer Zusatzversicherung, die 50 Prozent des Rechnungsbetrages erstattet, bekommt der Policenbesitzer 250 Euro für eine Krone, die 500 gekostet hat. Hat er aber bei einer Assekuranz unterschrieben, die mit der 100-Prozent-Erstattung wirbt, bekäme er nur 122 Euro, wenn im Vertrag steht, dass seine Versicherung sich am Festzuschuss der GKV orientiert und das Gleiche – "100 Prozent!" – noch mal obendrauf legt, unabhängig vom Rechnungsbetrag.

Natürlich wird bei jeder Zusatzversicherung – genau wie bei einem Wechsel in die PKV – bei der Beitragskalkulation auf Alter und Vorerkrankungen geschaut. Wer beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung schon eine Großbaustelle im Mund beherbergt, muss mit höheren Beiträgen rechnen. Zudem müssen Zusatzversicherte meist mehrere Monate warten, bis die Assekuranz Behandlungen bezahlt.

Der Weg zur persönlichen Zusatzpolice führt durch ein Dickicht an unzähligen Kombipaketen mit unterschiedlichsten Leistungsvarianten. Manch einer mag deshalb lieber gleich in die PKV flüchten. Offen stehen die privaten Kassen aber nur Beamten, Selbstständigen und Arbeitnehmern, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt: derzeit 49.500 Euro, ab 2012 50.850 Euro.

PKV und GKV berechnen ihre Beiträge sehr unterschiedlich. Privat wird pro Kopf versichert. Die Beitragshöhe errechnet sich aus dem Risikoprofil, das sich aus Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand ergibt. In der GKV richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen. Kinder und Ehepartner ohne Einkommen sind kostenfrei mitversichert.

Für die PKV gilt dabei: Je jünger ein Versicherter beim Eintritt ist, umso bessere Konditionen kann er sich sichern, weil er voraussichtlich über einen längeren Zeitraum einzahlt und die Versicherung Rücklagen bilden kann. Allerdings gibt es auch in der PKV Preisanhebungen, die dem medizinischen Fortschritt und kostspieligeren Therapien geschuldet sind. Wer also die Möglichkeit hat, jung und gesund ist, für den ist die Private meist umfangreicher und günstiger. Wer allerdings älter ist, gesundheitlich vorbelastet, einen nicht berufstätigen Ehepartner oder Kinder hat, den sichert die Kombination aus GKV und Zusatzpolice besser ab.

Und wissen muss man letztlich auch: Der Eintritt in die Private Krankenversicherung ist in der Regel eine Wahl fürs Leben. Mal eben ins GKV-System zu wechseln, das geht nur in Ausnahmefällen, etwa wenn der Verdienst eines Angestellten dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze rutscht oder ein Selbstständiger eine Festanstellung annimmt. Und wer älter ist als 55 Jahre, der muss so oder so privat versichert bleiben.