Zum gesamtdeutschen Klärungsbedarf, der uns auch nach der Bambi-Verleihung vergangener Woche weiter in Atem halten wird, gehört die Frage: Wie integriert ist Bushido wirklich? Eine Blitzumfrage bei den Kompetenzteams sämtlicher Ressorts ergab in etwa folgendes Bild:

Religiös gesehen ist er volle Pulle integriert – wie den meisten Deutschen sind fundamentalistische Regungen ihm nicht nur wesensfremd, er glaubt auf höchst konsequente Weise allein an sich selbst.

Wirtschaftlich ist Bushido ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen, das seine nicht eben herausragende Kernkompetenz (wir sprechen vom sogenannten Rap) auf nachgerade vorbildliche Weise in die Bereiche Buchhandel, Film und Talkshow hinein diversifiziert hat, insofern – top integriert.

Aber auch in metrosexuell-zoologischer Perspektive lässt Bushido wenig zu wünschen übrig. Wer mehr als drei Tage lang mit bundesweit anerkannten Alphamännchen wie Horst Seehofer oder, Gott hab ihn selig, Bernd Eichinger abhängt , darf mit Fug und Recht als integriert gelten.

Nimmt man noch den feuilletonistisch übergreifenden Aspekt hinzu, dass weite Teile unserer Jugend Bushido in all seinen Ausformungen als Rollenmodell akzeptieren, ergibt das einen Spitzenwert auf dem Integrations-o-Meter, wie ihn sonst lediglich anerkannte Erfolgsdeutsche aufweisen können.

Ob die vergleichsweise junge Spezies des Erfolgsdeutschen allerdings global gesehen als integriert gelten darf, ist eine Frage, deren Klärung noch aussteht.