Walz: Mundschutz, Quarzsandhandschuhe, Schlagringe und Schlagstöcke gehörten zur Grundausstattung. Die waren immer dabei. Ich selbst hatte keinen Zugang zu Feuerwaffen, weiß aber, dass in Kameradschaften Pistolen kursieren. Ich hab das auf Fotos gesehen. Die Szene besorgt sich Waffen aus Osteuropa oder aus dem Rocker-Milieu, da gibt es Verbindungen.

ZEIT: Was ist mit Bomben?

Walz: In unserer Gruppe kursierten Ideen. In anderen Gruppen wurden Rohrbomben gebastelt. Das war bekannt. Anleitungen kann man sich problemlos aus dem Internet ziehen.

ZEIT: Fürchten Sie, dass diese Rohrbomben eingesetzt werden?

Walz: Man lebt als Neonazi für den Tag X, an dem das System zusammenbricht. Aber das passiert nicht. Man rennt jeden Tag gegen eine Mauer. Dieser Frust führt dazu, dass Leute sich radikalisieren und das Gefühl haben: Diese Mauer müssen wir sprengen. Wenn dann noch ein Leben im Untergrund dazukommt, wird es gefährlich.

ZEIT: Was glauben Sie, wie die Szene jetzt reagieren wird?

Walz: Nach außen werden das alle verurteilen, vor allem in der NPD. Die freie Kameradschaftsszene wird sich in nächster Zeit zurückhalten. Jetzt stehen Neonazis wieder als Mörder da. Das will keiner. Aber diese Reaktionen sind rein taktisch. Umdenken wird kaum einer. Ich habe Angst, dass junge Aktivisten die drei Terroristen als Märtyrer verehren und ihnen nacheifern wollen. Es wächst eine sehr radikale junge Generation von Neonazis heran.

ZEIT: Halten Sie es für möglich, dass das Trio ganz allein mordete?

Walz: Ich bin sicher, es gibt weitere Hintermänner. Allein steht man das nicht durch. Man braucht Logistik und Unterstützung. Da wird noch einiges ans Licht kommen.