DIE ZEIT: Herr Enders, Sie fliegen Ihre eigenen Hubschrauber und springen Fallschirm. Hat niemand im Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS versucht, Sie davon abzubringen?

Thomas Enders: Wieso? Weil das zu gefährlich ist? Da kenn ich gefährlichere Dinge im Leben. Aber es stimmt: Amerikanische Kollegen haben in ihren Verträgen drinstehen, was sie alles nicht dürfen. Ich zum Glück nicht.

ZEIT: Sie leiten die wichtigste Tochtergesellschaft Airbus und dürfen alles?

Enders: Lassen Sie es mich so sagen: Ich darf ganz normal leben, und dafür bin ich dankbar.

ZEIT: Wie oft springen Sie?

Enders: Leider nicht mehr sehr oft. In diesem Jahr vielleicht 20 Mal. Im Sommer bin ich mit zwei meiner Söhne in Australien in Formation gesprungen. Das war mein Highlight dieses Jahr.

ZEIT: Und die Mutter guckt da zu?

Enders: Die hat selbst über 60 Fallschirmsprünge hinter sich.

ZEIT: Eine fliegende Familie. Wie lange zieht es Sie schon in die Luft?

Enders: Seit über 30 Jahren. Als junger Mann wollte ich Jet-Pilot werden, aber daraus ist nichts geworden. Das zweitbeste war dann Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. Heute verbringe ich übrigens am liebsten Zeit mit unseren Testpiloten, das ist eine wirklich verschworene, internationale Gemeinschaft.

ZEIT: Und die Hubschrauberlizenz haben Sie, damit Sie auch selbst an den Steuerknüppel dürfen?

Enders: Ich fliege seit 2005.

ZEIT: Damals waren Sie Co-Chef der Muttergesellschaft von Airbus, EADS,...

Enders: ...und ich hatte Zeit dazu. Als Co-Chef der EADS hatte ich ja nur einen halben Tag Arbeit. (lacht)

ZEIT: Wo andere ihren Porsche in der Garage stehen haben, steht bei Ihnen der Hubschrauber.

Enders: Das sicher nicht. Aber ich bin Miteigentümer von zwei Hubschraubern Marke Eurocopter, die in einem kommerziellen Betrieb fliegen. Hubschrauber sind eine sehr wertige und wertbeständige Geldanlage, anders als irgendwelche dubiosen Finanzprodukte.

ZEIT: Wenn Sie privat fliegen. Haben Sie eine Lieblingsroute?

Enders: Ich fliege sehr gerne in den bayerischen Bergen. Man muss nur sehr genau wissen, wo die Strom- und die Seilbahnkabel sind. Aber natürlich fliege ich nie so tief, schließlich ist das nicht erlaubt!