Lange ist es her, da waren die Blechbläser die Sorgenkinder in der Alten Musik. Manche hielten es für authentisch, wenn die Naturhörner quakten wie kranke Frösche und die ventillosen Trompeten mit Müh und Not die Kurve kriegten. Dass es aber in Bachs blechhaltigsten Instrumentalwerken so herrlich swingt und glänzt und knattert wie in dieser Einspielung, ist auch heute nicht selbstverständlich.

Das Erste Brandenburgische Konzert ging vielleicht noch nie so lustvoll los wie mit den Hornisten Thomas Müller und Raul Diaz. Wenn es mal rüpelhaft wird, dann in intelligenter Absicht. Die grenzwertig schnellen Tempi sind hier ebenso überzeugend wie in der trompetenbestrahlten D-Dur-Ouvertüre.

Mit ihr beginnt die jüngste und letzte der sechs CDs, die das französische Ensemble Café Zimmermann Bachs Konzerten gewidmet hat. Benannt nach dem Leipziger Lokal, in dem Bach um die 600 Konzerte leitete, haben die Franzosen vor zehn Jahren mit dem Zyklus begonnen. In kleiner, wendiger Besetzung zeigen sie, dass Bach auch ein genialer Unterhaltungsmusiker war. Und wer fürchtet, ein Konzert für vier Cembali könnten nur eingefleischte Verehrer norddeutscher Tastenkunst ertragen, sollte sich anhören, wie griffig Bach seinen Zeitgenossen Vivaldi gecovert hat. Womöglich hat er die Adaption selbst mit seinen drei Söhnen im Café gespielt – sprudelnd, leichthändig, gut gelaunt, wie man es hier hört.

J. S. Bach: Concerts avec plusieurs instruments VI, Café Zimmermann (alpha/Note 1)