Ken Jebsen hat Beweise gesammelt. Die Begrüßung ist noch freundlich kumpelhaft, natürlich duzt er einen völlig kompromisslos, der 45-Jährige macht ja nicht umsonst schon fast sein Leben lang Jugendradio – bis ihn der RBB kürzlich vom Sender nahm. Die Wohnung in Berlin Mitte, die zugleich seine kleine Produktionsfirma beherbergt, ist eben genauso – berlinmittig lässig, viel Holz, Filmplakate an den Wänden, auf der Fensterbank liegen bunte Legosteine der vierjährigen Tochter. Auf dem langen Holztisch in der Wohnküche liegt ein schlichter Adventskranz mit vier roten Stumpenkerzen. Doch bevor es sich jemand gemütlich machen kann, schießt Jebsen eine Frage durch die Luft. Scharf der Blick, scharf der Ton. "Warum arbeitest du für eine rechtsradikale Zeitung?" Knall, bum, peng.
RBB: Krudes Geblubber
Ein Antisemitismus-Vorwurf gegen den Radiomoderator Ken Jebsen bringt den öffentlich-rechtlichen RBB in Bedrängnis.