Oft erkennt man erst an Kleinigkeiten, wie weit sich die Krise bereits in die Mitte der Gesellschaft vorangefressen hat. Aus angeblich wirtschaftlichen Überlegungen beschlossen die Austrian Airlines nun, die Weihnachtsfeier für ihre Mitarbeiter abzusagen. Der horrende Betrag, den diese Sause verschlungen hätte, übersteigt vermutlich alle Abfertigungen und Boni für das erfolglose Management.

Doch eine kleine, bescheidene Feier, bei der man sich an den üblichen Bordsnacks gelabt hätte, wäre durchaus leistbar gewesen. Ebenso hätten die Reste, die von den Schnöseln in der Businessklasse übrig gelassen werden, allemal für ein passables Plastik-Dinner gereicht. Aber an derlei Fantasie mangelt es offensichtlich in dem Unternehmen in deutschem Eigentum.

Solch ein kleines Dankeschön an die Belegschaft wäre allerdings auch mehr als eine nette Geste gewesen. Denn nun müssen leider all die Flugbegleiter einsam zu Hause sitzen, so sie nicht gerade anderen über den Wolken Freude schenken. Sie, die uns sonst mit einem einfachen "Kaffee oder Tee?" von Absturzängsten ablenken. Ungerecht. Wo bleiben jetzt die fürsorglichen Charity-Ladys, wenn man sie einmal wirklich braucht?

An keinem karitativen Punschstand wird gesammelt, damit den Copiloten, die in der sozialen Kälte des herzlosen Betriebsklimas frieren, ein bisschen vorweihnachtliche Wärme geschenkt werden kann. Keine Altkleidersammlung wird veranstaltet, damit das Personal der österreichischen Fluggesellschaft endlich von seinen krampusähnlichen Outfits befreit werden kann. Daran sollte man denken, bevor man das nächste Mal wieder gedankenlos für irgendwelche depressiven Berggorillas spendet.

Eine Auswahl der besten Glossen dieser Rubrik ist soeben im Czernin-Verlag erschienen: Alfred Dorfer "Donnerstalk"; 168 Seiten, 15,90 €. Ebenso neu ist bei Hoanzl die DVD-Box "Werkschau" mit allen sieben Bühnenprogrammen von Alfred Dorfer erschienen.