Im wissenschaftlichen Verlag Springer hat Ernst Strouhal, der dieses Jahr den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik erhalten hat, den Sammelband Schach und Alter herausgegeben, in dem Altersmedizinerinnen, Soziologen, Psychologinnen, Kunst- und Kulturwissenschaftler, aber auch Schachgroßmeister dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. In meinem eigenen Beitrag geht es mir vor allem um die gesundheitserhaltende und demenzvorbeugende Funktion des Schachspiels, die inzwischen durch etliche wissenschaftliche Studien belegt ist. Natürlich kommt mir dabei der mehrfache Vize-Weltmeister und mittlerweile 80-jährige Wiktor Kortschnoj, der nach wie vor unermüdlich an stark besetzen Turnieren teilnimmt – und diese teilweise gewinnt –, sehr gelegen. Er selbst sagt mit berechtigtem Stolz:

"Die Jungen strengen sich gegen mich besonders an, weil sie mit dem Sieg über den Dinosaurier prahlen wollen. Sie erwarten, dass Opa einfach umfällt. Dann aber kann Opa fünf Stunden Schach spielen und die jungen Gegner an die Wand drücken."

Quod est demonstrandum! Bei der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft in diesem Jahr spielte er für die Schachgesellschaft Zürich 1809 gegen den jungen englisch-schweizerischen Großmeister Joe Gallagher. Gallagher als Schwarzer hatte gerade mit d4–d3 den Turm e2 angegriffen und dachte, nach dessen Wegzug aufgrund seiner Riesenfreibauern zu gewinnen. Doch wie spann Kortschnoj nach vielen Stunden Kampf ein Mattnetz um den schwarzen König?

Lösung aus Nr. 49:

Welcher Opferschlag gewann für Schwarz?

Nach dem Qualitätsopfer 1...Txc1! war der Turm für Weiß tabu: 2.Dxc1 Dxg2 matt oder 2.Txc1 Sf3+ mit Damengewinn. Weiß versuchte noch 2.h3 Dg3 (droht 3...Sf3+) 3.De2 Dxf4! , stand aber wegen des Springers weniger auf Verlust