Die "Körperfettwaagen" aus dem Kaufhaus müssten eigentlich "Beinfettwaagen" heißen. Zur Messung von gesundheitsgefährdenden Fettpolstern sind sie aus mehreren Gründen ungeeignet.

Wie kann eine Waage überhaupt bestimmen, ob das auf ihr lastende Gewicht von kräftigen Muskeln oder schwabbelndem Fett rührt? Die sogenannte Bioelektrische Impedanzanalyse macht sich die unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit von Fett und Muskeln zunutze. Fett leitet den Strom schlechter, hat also einen höheren Widerstand. Die Elektroden auf der Waage, auf die man sich barfuß stellt, leiten einen schwachen Wechselstrom durch den Körper und messen den Widerstand bei mehreren Frequenzen.

Ihre Messgenauigkeit ist allerdings äußerst mäßig. Der Widerstand wird nämlich auch von anderen Faktoren beeinflusst: Wenn die Füße nass sind, die Haut frisch eingecremt ist oder die Blase voll, dann fließt der Strom besser, und der Fettanteil wird um bis zu 30 Prozent zu niedrig angegeben.

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Vor allem aber nimmt der Strom immer den Weg des geringsten Widerstands. Sind alle Elektroden an den Füßen, läuft der Strom nur an einem Bein hoch, durch den Unterleib und am anderen wieder herunter. Das für Herz und Kreislauf gefährliche Bauchfett um die inneren Organe herum wird nur von solchen Körperfettwaagen gemessen, die zusätzlich über zwei Hand-Sensoren verfügen.

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