Zu Privatfotos von Mark Zuckerberg, die jetzt über seinen Facebook-Account versehentlich an die Öffentlichkeit kamen: Schon klar, was Sie technikferner, rahmengenähte Schuhe tragender, zu Weihnachten Füller verschenkender, sich lieber in der Natur als vor dem Bildschirm aufhaltender, das iPhone vor allem als Orientierungshilfe liebender circa 45-jähriger Leser dieses Artikels sich jetzt fragen: Sie wollen wissen, ob das sein muss. Fotos von seinen selbst gemachten Pommes ins Netz zu stellen. Es geht Ihnen dabei nicht in erster Linie um Datenspeicherung. Einfach nur um diese Modemaschine Facebook, um die in letzter Zeit immer mehr Gespräche kreisen, vor allem zwischen denen, die "drauf" sind, und denen, die es noch nicht ausprobiert haben.

Klicken Sie auf das Bild, um weitere Artikel der Serie "Gesellschaftskritik" zu lesen. © Frazer Harrison/​Getty Images

So wie früher, als man sich stundenlang mit Leuten, die LSD genommen hatten, darüber unterhalten konnte, wie es genau sei, den Mond von der anderen Seite gesehen zu haben (wie man das damals nannte), ob diese Erfahrung die Sicht aufs Leben wirklich so verändere, dass man es nicht mehr so richtig ernst nehmen könne. Aber ich schweife ab, und über Halluzinogene wissen Sie vermutlich besser Bescheid als ich, auch wenn Sie sich heutzutage nur noch an Grüntee berauschen. Also. Thema Facebook. Gefahren und Risiken. Anlässlich der Pommes-Fotos von Zuckerberg ein paar Antworten zum Ausschneiden. Erstens: Ist das nicht banal? Doch, ja, ist es. Etwa so banal wie die meisten Telefongespräche; deshalb würde man ja auch nicht gleich das Telefon abschaffen. Oder den Seniorentreff im Gemeindehaus.

Aber reicht es nicht, wenn ich Banalitäten mit meinem Kumpel austausche? Muss ich sie denn gleich mit der ganzen Welt teilen?

Nein, muss ich nicht. Man kann Facebook auch so einstellen, dass bestimmte Fotos nur enge Freunde sehen.

Apropos Freunde? Kann man wirklich 358 Freunde haben? Verwässert das nicht unseren Begriff von Freundschaft?

Nö. Kein Mensch verwechselt Facebook-Freunde mit richtigen Freunden. Jeder weiß, es sind Bekanntschaften, Business-Kontakte, Leute, die man vielleicht gar nicht kennt. Ähnlich wie ein Adressbuch. Und die wenigsten Leute sind übrigens auch stolz darauf, dass sie viele Facebook-Freunde haben, oder messen ihre Beliebtheit an der Anzahl ihrer Facebook-Freunde, jedenfalls die wenigsten Leute über 15. Was ja auf Sie zutrifft.

Was soll ich dann auf Facebook?

Keine Ahnung. Einiges spricht dafür, einiges dagegen. Es kostet auch nicht viel Zeit. Jedenfalls nicht so viel Zeit wie die stundenlangen Gespräche, die man seit einiger Zeit über Facebook führt.