Die Frage: Fred und Alexandra sind davon überzeugt, dass sie aneinander gefunden haben, was Fred "meine große Liebe" nennt und Alexandra vorsichtiger "meine erste richtige Beziehung".

Diese Formulierungen spielen auf einen Konflikt an, der immer wieder ausbricht und neulich so sehr eskalierte, dass Alexandra Fred einen Brief schickte, in dem stand, sie wolle ihn nicht mehr sehen, bis er bereit sei, mit ihr eine Beratungsstelle aufzusuchen. Dort behauptet Fred nun, Alexandra ziehe sich aus nichtigem Anlass von ihm zurück, sei dann eiskalt und lasse ihn im Regen stehen. Alexandra sagt, Fred äußere aus nichtigem Anlass heftige Eifersucht, gerate in Anfälle grenzenloser Bedürftigkeit und sei nicht bereit, die Sache auszudiskutieren.

Wolfgang Schmidbauer antwortet: Vernünftige Argumente sind in Liebesdingen für manche Personen eine Art geistiges Elixier; für andere hingegen sind sie kalte Dusche, Zurückweisung oder Ignoranz gegenüber emotionalen Bedürfnissen. Fred fühlt sich abgewiesen, sobald sich Alexandra zurücknimmt und versucht, eine Störung der Liebesharmonie rational zu klären.

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Vielleicht finden beide in der Beratung zu mehr Wohlwollen angesichts ihrer unterschiedlichen Kommunikationsstile. Was die Kälte eines Partners angeht, so gibt es im Repertoire unserer magischen Erzählungen zwei Mittel: den kalten Frosch an die Wand zu werfen oder den eigenen Ekel zu überwinden und ihn zu küssen. Das Küssen scheint insgesamt wirksamer.