Was genau ist noch mal lustig an Männern in Frauenklamotten? Das Gewackel von stämmigen Beinen auf High Heels? Die mühsam überschminkten Bartstoppeln? Die Erkenntnis, dass Schwanzträger trotz aller Maskenbildnerei auf Dauer nicht aus ihrer Haut können?

Irgendwas muss es jedenfalls sein, warum sonst käme ein echter Komödienkönner wie Detlev Buck auf die Idee, ein halbes Jahrhundert nach Charleys Tante (mit Heinz Rühmann ), drei Jahrzehnte nach Tootsie ( Dustin Hoffman ) und 18 Jahre nach Mrs. Doubtfire ( Robin Williams ) den derzeitigen Knuddelboy des deutschen Kinos mit falschen Brüsten ins weihnachtliche Blockbuster-Rennen zu schicken?

In Rubbeldiekatz gibt Matthias Schweighöfer den erfolglosen Schauspieler Alex Honk, der sich als Frau verkleidet, um in einem Hollywoodfilm zumindest eine Nebenrolle zu ergattern. Weil sich den Rest der Handlung sogar eine Krippenfigur denken kann (falsche Frau verliebt sich in echte Hauptdarstellerin, was zu sogenannter "Situationskomik" und einem Happy End führt), wird mit weiteren Versatzstücken aus Kino- und Klamaukgeschichte eine gewisse Komplexität erzeugt. Prominente Besetzung soll über die deutlich sichtbaren Schweißnähte dieses Mash-ups aus der Feder von Anika Decker (die auch schon Til Schweigers KeinOhrHasen und ZweiOhrKüken zusammengebastelt hat) hinwegtrösten.


Aus dem Buddy-Movie, dem Beste-Kumpel-Film, stammen Schweighöfers zoten- und trinkfeste Brüder ( Buck selbst und Sebastian Brückner) und ihr treuer Kompagnon. Der vom Liebhaber betrogene Hollywoodstar, der so gern einfach nur einen netten Freund hätte, mit dem man unbemerkt um die Häuser ziehen kann, ist ein Zitat aus Notting Hill , der romantischen Erfolgskomödie, in der Julia Roberts einst als Superstar beim armen Buchhändler Hugh Grant unterkam. Allerdings ist Alexandra Maria Laras hölzernes Spiel von Hollywood so weit entfernt wie eine Stalllaterne vom Stern über Bethlehem .

Schließlich die deutsche Superzutat: Der Film im Film, in den sich Alex Honk einschleicht, ist – ein NAZIFILM! Es reicht nicht, dass Schweighöfer sich als Frau verkleidet, er muss eine arische Domina sein, die in heißer Liebe zur jüdischen Heldin entbrennt. Dieser Quark wäre nur durch entschlossenes Voranschreiten in den totalen Blödsinn zu retten, aber dafür fehlt Buck offenbar der Mut; am Ende soll halt doch alles irgendwie gut ausgehen. Was bleibt, sind schöne Auftritte von Adolf Hitler beim Reichsparteitag und am Kantinenwagen.

Ob es da irgendetwas zu bedeuten hat, dass der Titel des Films auf einen jüdischen Ausdruck zurückgeht? Detlev Buck selbst erklärt ihn so: "Das Geld von jüdischen Kaufleuten war in ein Katzenfell eingenäht, und wenn man ein schnelles Geschäft macht, dann rubbelt man die Katze." Frech soll das klingen. Wer hier aber wen mal schnell gerubbelt hat, damit es an Weihnachten ordentlich in der Kasse klingelt, will man besser gar nicht wissen.