Schach ist leise?! Wenn Sie das glauben, waren Sie offenbar nicht bei der 3. Münchner Mini-Schacholympiade. Ohrenbetäubender Lärm der 300 Kinder aus sechs sozialen Brennpunktschulen bei der anschließenden Preisverteilung, immerhin hatten sie da schon an einem heißen Julitag sechs Stunden durchgehalten. So etwas hatte auch Bundesturnierleiter Ralph Alt, der zuvor als Vorsitzender Richter den Demjanjuk-Prozess geführt hatte, noch nicht erlebt. Und nicht nur er. Der Drittklässler Bozidar Savkovic schreibt: "Es war alles so groß und schön."

Die Kinder hatten davor an von der Münchner Schachstiftung angebotenen, in den Schulunterricht integrierten Stunden teilgenommen, womit über das Medium Schach Konzentrationsfähigkeit, problemlösendes Denken und soziale Kompetenz gefördert werden sollen. Schier unglaublich: Der allgemeine Notendurchschnitt verbesserte sich dadurch in etlichen Klassen um fast eine Note.

Natürlich war nicht alles perfekt, wollte es einmal zehn (!) Figuren nicht gelingen, einen nackten König matt zu setzen, aber immer mehr Schulen fragen um den Schachunterricht nach. Schach macht schlau! Der 17-jährige Julian Jorczik vom FC Bayern München ist schon schlau und gewann folgerichtig klar die Deutsche Jugendmeisterschaft U 18, wobei er als Weißer den Mitfavoriten Andreas Strunski mit einer herrlichen Kombination in zwei Zügen matt setzte. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 50:

Wie überließ Weiß am Zug den angegriffenen Turm e2 seinem Schicksal und spann mithilfe seines Königs ein Mattnetz um den schwarzen Monarchen? Nach 1.Kg6! dxe2 2.h6 drohte 3.h7+ Kh8 4.Sf7 matt. Schwarz überdeckte mit 2...Lb3 das Feld f7, aber nach 3.h7+ Kh8 4.Kh6! war das Matt, nun durch 5.Sg6+, nicht zu verhindern