Die "Pioneer 10" passiert den Jupiter – zumindest in dieser künstlerischen Darstellung. Die letzten Daten der 1972 gestarteten Weltraumsonde empfing die NASA am 31. März 1997 in Mountain View, Kalifornien.

"Pioneer 10" kehrt zurück

Eine Zeitungsmeldung, die ich mir für 2012 wünsche: Die Weltraumsonde Pioneer 10 , die von den Amerikanern im Jahr 1972 Richtung Jupiter losgeschickt worden ist, kehrt nach vierzig Jahren völlig unerwartet und wundersam zur Erde zurück. Pioneer 10 ist unter all den von Menschen erbauten Flugobjekten dasjenige, das sich am weitesten von der Erde entfernt hat. Es trägt für den Fall, dass es auf seiner Reise mit Außerirdischen in Kontakt kommt, eine goldene Plakette mit sich, auf der die Zeichnung zweier nackter Menschen, eines Mannes und einer Frau, zu sehen ist – so wissen die Außerirdischen, mit wem sie es zu tun haben. Pioneer 10 hat längst den Kontakt zu ihren Erfindern verloren und schwebt immer weiter hinaus ins All, und das Wunder, dass ich mir wünsche, besteht darin, dass die Sonde eines Nachts plötzlich wieder da sein und im Wüstensand Arizonas weich landen möge. Und bei der Bergung des Flugkörpers sollen die Forscher der Nasa entdecken, dass die an Bord befindliche Menschenskizze im Verlauf der Reise von einer höheren Intelligenz mit zarten grafischen Korrekturen und lobenden Kommentaren (in bestem Englisch) versehen worden ist. Als wollten die Außerirdischen sagen: Gar nicht schlecht. Weiter so!

Ein Requisit, das ich mir wegwünsche, und zwar aus den Theatern, ist der Apfel: Wenn nämlich auf einer deutschen Bühne ein Bösewicht kurz davor steht, auf schmutzigen Wegen an die Macht zu kommen, kann damit gerechnet werden, dass der Mann voller Vorfreude auf all das Gemeine, das er nun unbehelligt tun kann, sich einen Apfel schnappt und öffentlich hineinbeißt. Der krachende Apfel, zermahlen vom Pferdegebiss der Macht, ist das robusteste Klischee des deutschen Theaters. Lasst den Apfel in Frieden! Lasst ihn faulen, inhaliert seinen Duft, wie Schiller es tat. Zeigt uns stattdessen die Schlange selbst, die hinter allem Bösen steckt. Und wenn es schon sein muss: Beißt ihr den Kopf ab! Peter Kümmel