Mutig wagt die Regierung gleich zu Jahresbeginn zwei richtungsweisende Entscheidungen. Krisenzeiten verlangen eben nach raschem und effizientem Handeln. Zuerst wurde die Rettungsgasse eingeführt, eine ziemlich waghalsige Entscheidung, da sie ja Autofahrer vor eine mit der Pisastudie vergleichbare Aufgabe stellt. Aber: No risk, no fun. Das gilt auch für das engagierte Pensionspaket.

Schon 2020 wird das faktische Pensionsantrittsalter von 58 auf 62 Jahre angehoben sein. Angeblich sind auch bei den Beamtenprivilegien drastische Veränderungen geplant – und zwar ab 2075. Ein Jahr später wird bereits der Korruptionsuntersuchungsausschuss im Parlament seine Arbeit aufnehmen.

Wirklich sensationell aber ist, dass sogar zehn Jahre vor diesem Schicksalsjahr, also um 2065, die Bundesbahnen saniert sein könnten – allerdings nur, wenn 2050 die Schuldenbremse begonnen hat zu greifen und das Bundesheer auf zwei, drei hauptberufliche Schockkompanien reduziert worden ist. Letzteres gilt allerdings als in Stein gemeißelt.

Die derzeitigen Entscheidungsträger, die dann dank der modernen Medizin längst alle rüstige 100-Jährige sein werden, dürfen also die Früchte ihrer großartigen Arbeit noch erleben. Schon 2045 wird auch die direkte Demokratie einen Triumph feiern, da zum ersten Mal seit dem EU-Beitritt wieder eine Volksabstimmung abgehalten wird. Und zwar über den Austritt. Eine späte Genugtuung für den künftigen Ex-Kanzler H.C. Strache. Außerdem sollten zu diesem Zeitpunkt alle Konten von Karl-Heinz Grasser bekannt und zumindest größtenteils geöffnet worden sein. Es besteht auch leise Hoffnung, dass bis dahin jeder Autofahrer die Sache mit der Rettungsgasse verstanden haben wird.