Vor einiger Zeit gab es anlässlich des Auftakts zur Fußball-WM der Frauen im Bahntower der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz in Berlin auch einen Vergleichskampf (im Schach!) zwischen der Emanuel Lasker Gesellschaft, die sich dem Gedenken dieses herausragenden deutschen Weltmeisters verschrieben hat, und dem Hausherrn, einer Eisenbahnermannschaft. Wenn Sie nun glauben, dass die "Laskerianer" die "Bahner" Zug um Zug aufs Abstellgleis manövrierten, so liegen Sie gewaltig falsch. Allerdings sollte man hier hinzufügen, dass die deutschen Eisenbahner kurz vorher deren Europameisterschaft gewannen und der Finanzchef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, einst im Auswahlkader der Deutschen Schachjugend stand, bevor er einen "anständigen" Beruf ergriff. Sie verstehen also ihr (Schach-)Metier.

Einer, der dies noch mit 89 Jahren tut, ist mein Schachfreund Horst Ewald aus Eberswalde , ein ehemaliger "Bahner". So spielte er auch 1953 in Dresden um die "Silberne Lok" gegen einen gewissen Rau, wobei der Älteren unvergessene Spieler und Schachautor Kurt Richter die folgende Kombination unter der treffenden Überschrift "Luft! Luft! Caissa" brachte.

Rau als Weißer hatte zuletzt die schwarze Dame mit seinem Turm angegriffen und erwartete natürlich jetzt deren Rückzug. Doch stattdessen ereilte ihn eine höchst unliebsame Überraschung, nach der er klar auf Verlust stand, weil es seinem König an Luft mangelte. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 2:

Mit welch verblüffendem Zug konnte Weiß dank des "Sargnagels" auf h6 nicht nur den Verlust des gefesselten Läufers c5 vermeiden, sondern sogar auf der Stelle gewinnen?

Nach 1.Lf8! ließ sich Schwarz mit 1...Dxc4 2.Lg7 humorvoll matt setzen. Natürlich war auch 1...Sxh6 2.Dxc7 Txc7 3.Lxh6 hoffnungslos