Wahrscheinlich meinen es die Mitglieder der Kommunistischen Plattform ( zu der auch Sahra Wagenknecht gehört ) einfach ein bisschen provokativ, wenn sie darüber sinnieren, dass eine neue Gesellschaftsordnung in der Anfangsphase durch "unlogische, nicht objektive, ungerechte, einfache Macht" abgesichert werden müsse.

Wahrscheinlich denken die Mitglieder des Marxistischen Forums rein dialektisch, wenn sie davon schwadronieren, "den Herrschenden" nicht nur "ihre ökonomischen Machtgrundlagen zu entreißen", sondern sie auch "von den Schalthebeln der staatlichen Macht zu entfernen". Und wahrscheinlich entspringt es bloß der naiven Verklärung von linksrevolutionärem Totalitarismus, wenn die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch Kubas Fidel Castro zu einem "kampferfüllten Leben und erfolgreichen Wirken" gratuliert.

Ein Sammelbecken für viele Strömungen

Aber was, wenn doch etwas anderes dahintersteckt? Wenn die Abschätzigkeit, die bestimmte Mitglieder und Ableger der Linkspartei immer wieder gegenüber Freiheit und Demokratie an den Tag legen, nicht bloße Stillosigkeit ist? Sondern wenn ihnen der Parlamentarismus im Grunde genommen nur das Zweitwichtigste ist?

Die Linke ist ein Sammelbecken für viele Strömungen geworden: enttäuschte Sozialdemokraten. Sozialistische Träumer. Kommunistische Klassenkämpfer. MfS-Altkader. Und krude Jungspunde mit einem Hang zur Militanz. Diesen Rand auszuleuchten ist legitime Aufgabe des Verfassungsschutzes. Es geht nicht darum, eine Partei unter Generalverdacht zu stellen. Es geht darum, verfassungsfeindliche Bestrebungen zu orten, bevor sie Schaden anrichten.

Hat man dem Verfassungsschutz nicht gerade – zu Recht – vorgeworfen, das Undenkbare nicht gedacht zu haben? Extremismus kann auf vielerlei Humus wachsen. Auch auf linkem.