These: "Der IPCC manipuliert die Klimaforschung."

Wie ein roter Faden zieht sich der Vorwurf durch das Vahrenholt-Buch, der Weltklimarat IPCC sei tendenziös bei der Auswahl und Bewertung einzelner Forschungsergebnisse. Er sei gar von Umweltaktivisten und eitlen Forschern unterwandert, welche die Öffentlichkeit und Politik manipulieren wollten. Diese Verschwörungstheorie ist unter Klimaskeptikern beliebt, aber die angeblichen Belege dafür halten einer Überprüfung nicht stand.

Der Weltklimarat liegt richtig: Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu vergrößern. © ZEIT-Grafik

So behauptet Vahrenholt, der IPCC habe "die Sonne auf Null gestellt", weshalb die Klimaberechnungen zu falschen Ergebnissen kämen.

Ein einziger Blick in den aktuellen IPCC-Report belegt das Gegenteil : dass nämlich natürliche Schwankungen sehr wohl berücksichtigt sind. Im Anhang des Reports werden die verwendeten Daten zur Sonne sogar einzeln aufgeführt.

These: "Da die Erderwärmung Pause macht, haben wir Zeit für die Energiewende."

Hier versucht der RWE-Manager Vahrenholt, eine politische Forderung klimawissenschaftlich zu untermauern. Doch selbst wenn seine These einer Erwärmungspause stimmte, wäre die Schlussfolgerung falsch. Denn irgendwann springt sogar laut Vahrenholt die Sonnenaktivität wieder an. Eine Pause von ein paar Jahrzehnten würde vielleicht bei kurzlebigen Treibhausgasen wie Methan helfen. Kohlendioxid aber verbleibt, einmal freigesetzt, zu großen Teilen über mehrere Jahrhunderte in der Atmosphäre . Sobald die Sonne nach einer eventuellen Ruhephase wieder anspränge, würden sich die Klimawirkungen von Sonne und CO₂ summieren – und kommende Generationen hätten noch größere Probleme.