Dänemark

In Dänemark haben Klimaskeptiker neuerdings einen schweren Stand. Seit im Herbst die Sozialdemokratin Helle Thorning-Schmidt die Macht übernommen hat, wird Klimaschutz bei unserem nördlichen Nachbarn großgeschrieben. Bis 2020 will Dänemark seinen Ausstoß schädlicher Klimagase um glatte 40 Prozent reduzieren – ambitioniertere Ziele haben derzeit nur die Malediven.

Das bekommt auch Bjørn Lomborg zu spüren: Dem bekanntesten Klimaskeptiker Dänemarks hat die neue Regierung kurzerhand die Zuschüsse für sein Copenhagen Consensus Center gestrichen. Findet Lomborg keine neuen Sponsoren, könnte seine Denkfabrik im Sommer vor dem Aus stehen.

Dabei hat sich der Schrecken aller Umweltschützer durchaus gewandelt. In seinem weltweiten Bestseller Apokalypse No! spielte Lomborg vor über zehn Jahren noch die Gefahren des Klimawandels herunter und rechnete seinen Lesern vor, dass es mit der Erderwärmung längst nicht so schlimm kommen würde. In seinem 2010 erschienenen Buch Smart solutions dagegen legte er eine erstaunliche Kehrtwende hin. "Der Klimawandel ist eines der größten Probleme der Menschheit", schreibt er darin und bezeichnet die "ungebremste Erwärmung" als allgemein akzeptiertes Faktum. Selbst der Chef des Weltklimarats Rajendra Pachauri , der Lomborg einst mit Hitler verglich, findet seither lobende Worte für den gewandelten Skeptiker.

Aber Lomborg wäre nicht Lomborg, wenn er sich nicht wieder mit dem Mainstream anlegte. Von der üblichen Klimapolitik der CO₂-Reduktion hält er noch immer nichts. Besser sei es, in die Forschung zu investieren und auf "smarte Lösungen" in der Zukunft zu hoffen. Ob diese Hoffnung aufgeht, weiß allerdings niemand. Doch jetzt muss Lomborg erst einmal dafür sorgen, dass sein eigenes Zentrum eine Zukunft hat.

Ulrich Schnabel