Eine Sprecherin siedelt Viber überall und nirgends an. Die 2010 gegründete Viber Media Inc. habe heute über 40 Mitarbeiter und Büros in Israel, Weißrussland und Zypern , teilt sie per E-Mail mit. Die Programmierer arbeiteten über die ganze Welt verteilt, aber "das führende Entwicklungsteam sitzt in Weißrussland". Aus den Nutzungsbedingungen von Viber lässt sich ermitteln, dass Rechtsstreitigkeiten in New York ausgetragen werden sollen. Die Sprecherin bestätigt zwar, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit für Viber von den USA aus betreibe, erklärt aber, dass sich dort "kein offizielles Büro von Viber" befinde.

Aber wo dann? Eine andere Sprecherin teilt mit, der Firmensitz sei Zypern. Grenzen seien unwichtiger als Talente, schreibt sie und lobt den Inselstaat für sein "freundliches Geschäftsklima".

Es gibt sogar eine Postadresse im zypriotischen Hafenort Limassol, die auf der Internetseite viber.com auftaucht. Doch viel mehr als ein Briefkasten scheint sich in der Kimonos Street 40 nicht zu befinden. Die Telefonnummer der Viber-Zentrale beginnt jedenfalls mit einer amerikanischen Vorwahl, die Faxnummer stammt aus Israel. Außerdem sind gleich mehrere Unternehmen darüber erreichbar, und die Postadresse verwenden immerhin noch zwei Rechts- und Steuerberatungen und eine Firma namens Blubber Media.

Auch die Überprüfung der Internetadresse viber.com verrät nichts über die Provenienz der datenhungrigen Firma. Oft sind die Inhaber solcher Domainnamen öffentlich einsehbar. Viber aber verschanzt sich hinter einem Dienstleister namens Domains by Proxy , dessen Geschäftszweck es ist, ebensolche Informationen geheim zu halten. "Domains by Proxy wurde 2002 gegründet", so schreibt die Firma, "um mit einem der größten Schwachpunkte des Internets umzugehen: dem Verlust der Privatsphäre."