Viele Schweizer Künstler haben diese Eigenschaft, die man einfach mögen muss, eine poetische Kleinheit und Langsamkeit, Leichtigkeit und Stille, die einen das Unangenehmste an aller Kunst vergessen lassen macht, dass sie sich immer in den Vordergrund drängen muss. Wo sollte sie auch sonst mit sich hin? Vielleicht in die Landschaftsrille, die sich von den Schweizer Alpen nach Polen, von Stromboli nach Island zieht. Hier macht Roman Signer seine "Experimente", schießt rote Bänder über den Vatikan, lässt Stühle aus den Fenstern eines lange vergessenen Kurhotels schießen, schnarcht verstärkt in die Kälte hinaus oder fährt in einem Koffer die Eisbahn herunter. Roman Signers Kunst ist fast schüchtern, sehr komisch und auf eine vertrackte Weise philosophisch. Peter Liechti folgt ihm bei diesen poetischen Fragereien an die Natur, die immer auch schiefgehen können, weil Signer seine Umwelt ja nicht durch Kunst bezwingen will, sondern mit ihr sprechen. Peter Liechti schaut ihm in seinem Film bedächtig dabei zu, nimmt sich aber auch die Zeit, überall Leuten beim Musikmachen zuzusehen und darauf zu achten, mit welchem Gefährt der Künstler unterwegs ist. Manchmal verstehen sich Film und Kunst eben doch ganz gut, in aller Bescheidenheit.