So gut war die Stimmung in der deutschen Vorzeigeindustrie ( Ausnahme Opel ) lange nicht. Daimler , VW , Audi , Porsche und BMW legen in diesen Tagen goldgeränderte Bilanzen vor: Rekordgewinne , wo man hinsieht. Aktionäre, Manager und Mitarbeiter dürfen sich freuen.

Beim großen Jubel droht eine kleine Nachricht unterzugehen. Chinas Führung hat gerade eine Liste für Dienstwagenkäufer vorgelegt – mit lauter einheimischen Marken drauf. Ausländische Fabrikate fehlen, auch die im Lande produzierten. Dabei griffen Funktionäre bislang bevorzugt zu den prestigeträchtigen Auslandsmarken. Am liebsten zu Audi.

Achtung ist geboten. Für VW/Audi ist die Volksrepublik schon der größte Markt, für Daimler und BMW soll es bald ebenso sein. Der Gewinnanteil aus dem Chinageschäft ist überproportional hoch. Und alle Konzerne haben ehrgeizige Wachstumspläne im Land.

Da nützt es auch nichts, auf den mittlerweile geringen Anteil der Funktionärswagen am Absatz zu verweisen. Die Liste könnte der Anfang weiterer Eingriffe sein. Den Staatslenkern in Peking gefällt es immer weniger, dass die Fabriken für Auslandsmarken Extraschichten fahren, während die Werke einheimischer Fabrikate nicht ausgelastet sind. Schon die jüngsten Erweiterungspläne für die Anlagen der internationalen Konzerne hatte Peking nur unter der Bedingung abgesegnet, dass diese zusagten, sich an der Einführung einer chinesischen Marke für E-Autos zu beteiligen.

Kommende Woche reisen die Autobosse zum Genfer Autosalon, um sich für ihre Erfolge feiern zu lassen. Sie sollten den Branchentreff nutzen, um sich für ungemütlichere Zeiten zu wappnen.