Die Frage: Patrick und Susan haben sich als Paar aus einer Clique herausdifferenziert, die sich regelmäßig in einer Theaterkneipe traf. Es gab immer etwas zu trinken, zu klatschen und gelegentlich auch den einen oder anderen One-Night-Stand. Susan hat sich damit nie ganz wohlgefühlt. Sie findet, dass sie für ihr Liebesleben ein langsames Tempo und Vertrauen in den Partner braucht.

Beides hat sie mit Patrick gefunden. Irgendwann sagt er zu ihr, als sie höchst zufrieden nebeneinanderliegen: "Dabei haben die anderen gesagt, was willst du denn mit der, die ist eine Niete im Bett!" Susan ist schockiert. Sie möchte am liebsten aufstehen, gehen und nie wieder etwas mit irgendjemandem aus dieser Clique zu tun haben.

Wolfgang Schmidbauer antwortet: Wir alle tun oft törichte Dinge, um in einer Rivalität zu gewinnen. Andere schlechtzumachen, um selbst besser dazustehen, ist eine beliebte wie destruktive Strategie. In diesem Fall hat sich ein gekränkter und vermutlich alkoholisierter Mann durch die Entwertung der spröden Susan aufgebläht.

Solange Susan davon nichts weiß, kann sie das auch nicht ärgern. Jetzt hat ihr Liebster versucht, sich in ein besseres Licht zu rücken, indem er sogar mehrere imaginäre Peiniger denunziert.

Susans Verachtung der Clique ist verständlich, aber es ist nicht immer die beste Strategie, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Susan sollte die Männer in der Clique nicht ernster nehmen, als sie es verdienen.