Mandy Kopp kennt alle Fluchtwege in ihrem Haus. Sie weiß, wie lange es dauert, aus dem Fenster hinaus auf das Dach zu klettern und von dort in den Hof zu springen, sie weiß, wie schnell sie beim Hinterausgang und von dort beim Auto ist. Neben jeder Tür liegt ein Holzknüppel. Wenn sie in ihren Keller hinuntergehen will, kollabiert sie.
Kopp ist 35, sehr schmal, sie trägt ihr Haar kurz und so blond gefärbt, dass es fast weiß schimmert. Sie sitzt an dem großen Holztisch in ihrer Küche, raucht, trinkt Rotwein. Durch das Fenster sieht sie die Sonne untergehen. Eine idyllische Landschaft, Hügel, ein kleines Dorf nicht weit von Koblenz , nahe der Mosel, an den Uferhängen wächst Wein. Alles wirkt friedlich. Von außen betrachtet deutet nichts auf eine Bedrohung.