Ende letzten Jahres fuhr ich von Koblenz nach Völklingen , um im nahen Großrosseln an der französischen Grenze (vor Urzeiten, 1960, wurde ich dort Deutscher Jugendmeister) einen Vortrag anlässlich des gleichzeitigen 90-jährigen Bestehens des Saarländischen und Pfälzischen Schachverbands zu halten. Doch was verkündet der Schaffner in Cochem? "Pinkelpause!" Im Zug waren die Toiletten defekt, aber der Bahnhof bot Abhilfe. Nach 15 Minuten ging es weiter, zum Schmunzeln der meisten Mitreisenden, außer denen, die in Trier den Anschlusszug nach Luxemburg verpassten. Später wiederholte sich das Pinkelspektakel nochmals in Saarlouis . Mich erinnerte das an den unvergessenen Turnierleiter Ludwig Schirner, den "Guten Ludwig", der bei einer Oberfränkischen Meisterschaft während der Partien den Befehl "Uhren abstellen – Kaffeepause!" gab. Bei der 90-Jahr-Feier, mit einem Riesenvergleichskampf an nahezu 90 Brettern zwischen den beiden Verbänden, wurde auch des Schachmeisters Gerhard Weißgerber (1905 bis 1937) gedacht, der quasi als Bindeglied zwischen den Verbänden viermal Saarland- und dreimal Pfalzmeister war – offenbar ein rechter Haudegen.

Gegen den mehrfachen Deutschen Meister Georg Kieninger, den Verteidigungskünstler mit dem treffenden Beinamen "Eiserner Schorsch", hatte Weißgerber als Weißer schon eine Figur geopfert. Kieninger dachte nun, angesichts der Drohung Tg7 mit Damenfang zu gewinnen, aber Weißgerber am Zug ließ sich durch diese Petitesse nicht schrecken. Wie gewann er?

Lösung aus Nr. 9:

Welcher schwarze Opferzug erzwang ein Matt in vier Zügen?

Nach dem Springeropfer 1...Sg3+! musste die Weiße mit 2.hxg3 diesen vergifteten Braten schlucken, weil 2.Kg1 Txg2 sofort matt gewesen wäre. Doch nach 2...Th5+ gab sie wegen 3.Kg1 Txg2+ 4.Kf1 Th1 matt auch schon auf