Der Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen ist ein Warnsignal. Es besteht die Gefahr, dass in Großbetrieben künftig ständig irgendwer zum Streik aufruft – mit negativen Folgen für alle: Kunden, Eigentümer und die Beschäftigten selbst.

Anfang der Woche spitzte sich der Streit in Frankfurt zu. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) drohte, zwölf Fluglotsen würden mit einem Solidaritätsstreik in den Kampf von rund 200 Flugzeugeinweisern eingreifen. Auch jene gehören zur 3.500 Mitglieder zählenden GdF. Auf Antrag des Flughafenbetreibers Fraport und der Lufthansa untersagte ein Gericht am Dienstag jedoch den Lotsenstreik.

Am Mittwoch wurde auch der Streik der Vorfeld-Beschäftigten vom Arbeitsgericht Frankfurt mit einer Einstweiligen Verfügung gestoppt. Als Grund wurden zwei Details im Forderungskatalog der GdF genannt, für die aufgrund eines bestehenden Tarifvertrags Friedenspflicht bestehe. Mit anderen Worten: Streicht die GdF diese Punkte (unter anderem ein Nachtschichtverbot für ältere Mitarbeiter), dann könnte sie ihren Streik wohl morgen wieder aufnehmen. Juristisch ist der Fall aber längst nicht abgeschlossen, die GdF kündigte an, Berufung einzulegen.



Zur Eskalation in Frankfurt haben alle Beteiligten nach Kräften beigetragen. Die GdF mit hohen, zudem schwer durchschaubaren Forderungen. Sie addieren sich nach ihren Angaben im Einzelfall auf bis zu 50 Prozent über eine Laufzeit von vier Jahren. Fraport rechnet Arbeitszeitverkürzungen und Zuschläge hinzu und kommt auf bis zu 70 Prozent. Dieser Zahl widerspricht die GdF in eigenen Publikationen nicht wirklich, sie klagt nur über eine "Übersimplifizierung".