Zu sagen, die deutsche Parteienlandschaft befinde sich im Umbruch, wäre eine fahrlässige Untertreibung. Nein, die politische Erde bebt in diesen Wochen.

Was sich bewegt

An der Oberfläche zeigt sich das vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen so: Zwei Parteien kämpfen um ihre Existenz – die FDP und die Linke (Letztere zumindest im Westen). Eine neue, vorerst regierungsunwillige und -unfähige Partei, die Piraten, könnte zweistellig in die Parlamente in Düsseldorf und Kiel einziehen und damit rot-grüne Koalitionen verhindern. Die in Berlin noch in einer sogenannten bürgerlichen Koalition sitzenden Liberalen machen immer offener Politik gegen ihren Koalitionspartner (am aggressivsten bei der Kür von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten) und bereiten einen Lagerwechsel in Richtung Rot-Grün-Gelb vor.