Garri Kasparow stürzte von der Bühne. Nur weg von dem Ort, an dem der damals weltbeste Schachspieler gerade die bitterste Niederlage seiner Laufbahn erlitten hatte. "Obwohl ich alles gab, spielte die Maschine ungerührt ein wunderbares, fehlerfreies Schach", sagte er. "Zum ersten Mal spürte, ja roch ich buchstäblich eine Art von Intelligenz auf der anderen Seite." Kasparow konnte "die Ehre der Menschheit", wie er selbst voller Pathos ausführte, nicht gegen einen 1,4 Tonnen schweren Koloss namens "Deep Blue" verteidigen. An diesem Maitag 1997 begann eine neue Ära im Kampf zwischen Mensch und Maschine, die mit der Niederlage des russischen Weltmeisters Wladimir Kramnik 2006 in der Bundeskunsthalle in Bonn gegen das nur etliche Gramm schwere, weltweit führende Programm "Fritz" endgültig zugunsten der brute force entschieden war. Und Richard Dawkins konnte frohlocken: "Ich freue mich auf ein Computerprogramm, das die Schachweltmeisterschaft erringt. Die Menschheit braucht eine Lektion in Bescheidenheit." Dem niederländischen Großmeister Jan Hein Donner fiel da schon vorher nur eine Antwort auf die Frage ein, wie ein Computer zu schlagen sei: "Mit dem Hammer." Man kann es allerdings auch gnädiger angehen, das Gros der Schachspieler sieht wie Ephraim Kishon in "Fritz & Co." vor allem einen allzeit bereite Partner und Helfer.

Ein Problem aus der Schachcomputer-Urzeit vor 60 (!) Jahren, für das das Lösungsprogramm damals 15 Minuten benötigte. Wie setzt Weiß am Zug im zweiten Zug matt?

Lösung aus Nr. 17:

Mit welchem Zug kann Schwarz das schier unausweichliche Schicksal noch wenden und sogar gewinnen?

Nach 1...Sf4!! droht 2...Sh3 matt, was nur durch 2.h4 zu vereiteln ist. Aber nun gewinnt Schwarz mit 2...Se2+ 3.Kh2 Lxf2 und der folgenden Bauernumwandlung 4...g1D+