Ulemek, den Anders Breivik preist, war nie weit weg, wenn gekämpft und massenhaft getötet wurde: 1965 in Belgrad geboren, diente er als Legionär im Tschad, in Angola, Ruanda, Algerien und Libyen. Zu Beginn der Balkankriege schloss er sich der berüchtigten Serbischen Freiwilligengarde an. Während des Kosovokrieges bewachte seine Einheit den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević. Inzwischen ist Ulemek zu 40 Jahren Haft verurteilt: als Organisator des Mordes am serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjić.
Die Figur des Serben Ulemek führt denjenigen, der sich auf die Reise durch das Weltbild des Anders Breivik begibt, in ein weiteres Land, zu dem Deutschen Nick Greger. Vor 35 Jahren wurde er in Oberfranken geboren, seit einem Jahr wohnt er in Gambia, und zurzeit ist er angeln in Moldawien. Greger verehrt Ulemek wie einen Heilsbringer. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Greger nach Breiviks Massenmord in den Spekulationen der norwegischen Ermittler auftauchte.