Neulich beim Ecofin-Rat in Brüssel: Donner und Blitz verwandeln die Szene zum Tribunal. "Wann treffen wir uns das nächste Mal? Bei Regen, Donner, Wetterstrahl?", zischelte es da verschwörerisch aus der britischen Inselfraktion. "Shortly, without von delay", eine schneidende Stimme, an der laut Süddeutscher Zeitung alle im Raum die "Hexe aus dem Süden" zu erkennen meinen, ließ in der sorgenvollen Runde das Blut gefrieren. Eine Warnung, eine Erklärung, ein Ultimatum?

Keiner der europäischen Finanzpolitiker wusste es zu sagen. Einerlei, der Schock saß tief. Das war wieder einer dieser Momente, denen Maria Fekter ihren gnadenlosen Ruf verdankt, allen maroden und arbeitsscheuen Euro-Sündern nur gallbittere Arznei verabreichen zu wollen. "Ich spreche eben nicht in rosaroten Wölkchen", erläuterte nun die Striga aus Attnang-Puchheim ihrer Heimatzeitung: "Es gibt auch sehr charmante Hexen." Es muss wohl dieser unverwechselbare Charme sein, der die volkswirtschaftlichen Vorträge von Maria Fekter an der Wiener Wirtschaftsuniversität so beliebt macht. Sogar im Internet auf YouTube werden sie von Zehntausenden bewundert.

Vielleicht lässt sich demnächst dort auch dieses makroökonomische Grundsatzreferat bestaunen: "Du musst verstehn! Aus Eins mach Zehn, und Zwei lass gehn, und Drei mach gleich, so bist du reich." Mit weit ausladenden Gebärden ihrer Arme illustrierte dabei die Vortragende die an und für sich simple Wohlstandsformel. "Und Neun ist Eins, und Zehn ist keins, das ist das Hexen-Einmaleins!" Wieder so ein magischer Moment, der bereits zahlreiche Interpretationen hervorrief, welche die biblische Apokalypse ebenso bemühen wie mathematische Modelle von Leibniz bis Pascal. Nur in den hinteren Reihen grummelte Professor Faust: "Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber..." Da legte ihm sein Adlatus Mephisto begütigend die Hand auf die Schulter: "Das ist noch lange nicht vorüber." Also doch nicht: Shortly, without von delay.