"Wir bitten Sie, alle elektronischen Geräte auszuschalten, bis die Anschnallzeichen erloschen sind!" Vielflieger kennen die Ansage – bei Start und Landung müssen im Flugzeug nicht nur die Handys ausgeschaltet werden, sondern alle elektronischen Geräte. Man kann sich vielleicht noch vorstellen, dass der Mobilfunk die Bordelektronik stören kann, aber warum darf man MP3-Player oder elektronische Lesegeräte nicht benutzen?

"Weil es verboten ist", sagt Cornelia Cramer vom Luftfahrtbundesamt knapp. Das generelle Verbot steht im Luftverkehrsgesetz; die sogenannte LuftEBV, erlassen vom Verkehrsministerium, regelt Ausnahmen davon. Zum Beispiel darf man Medizingeräte an Bord betreiben und per GPS navigieren. "Sonstige elektronische Geräte" darf man benutzen, "soweit sie nicht während des Rollens, des Starts, des Endanflugs und der Landung betrieben werden".

Warum diese Einschränkung? Darüber bekommt man nur wolkige Erklärungen, etwa dass der Passagier in diesen Flugphasen aufmerksam sein soll. Wieso darf er dann beim Start die ZEIT auf Papier lesen, auf dem iPad aber nicht?

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Es gibt aber ein Schlupfloch: Fluggesellschaften dürfen Ausnahmen machen, wenn sie experimentell nachweisen, dass die Geräte nicht die Bordelektronik stören. Die Lufthansa hat das sogar für Handys gezeigt und darf nun WLAN und Mobiltelefonie an Bord erlauben. Deshalb ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir auch während Start und Landung harmlose elektronische Geräte benutzen dürfen.

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