16. Ultraleichte Lektüre

Das Wort Nerd wird heute inflationär verwendet für jeden, der eine große Brille trägt (also für 50 Prozent der Großstadtbevölkerung um die 30), und für jeden, der eine Programmiersprache beherrscht (weitere 3,7 Prozent derselben Altersgruppe). Stefan Dapprich, der Autor des Büchleins Trekking ultraleicht , das verrät, wie man leichtgewichtig verreisen kann, ist wirklich ein Nerd: ein Fachidiot, der sich für keine Spinnerei zu schade ist – wenn sie denn schlau ist. Schlau ist zum Beispiel, sich aus Cola-Dosen und Alu-Tape einen Spirituskocher zu bauen.

17. Frühe Züge

Mit dem Zug mehr als vier Stunden zu fahren führt fast immer zu großer Langeweile. Es sei denn, man schläft. Der Trick also: Man nehme einen möglichst umsteigefreien Zug morgens gegen 6 Uhr. Man steige schlaftrunken ein, suche sich ein Plätzchen, bette sich bequem, wache gegen 10 Uhr zum zweiten Mal am Tag auf, nehme ein Frühstück zu sich, schaue ein wenig aus dem Fenster, lese vielleicht noch die Zeitung – und komme gegen 12.30 Uhr wohlgelaunt und ausgeruht an – und verschone die Menschen am Ankunftsort mit der langweiligen wie falschen Erkenntnis, das Schönste am Zugfahren sei, dass man da so gut Bücher lesen könne.

18. Faltbare Teller

Taschenmesser sind lange erfunden, man hat sie sogar dabei, wenn man sie gar nicht braucht. Sehr selten wird beobachtet, dass Menschen auf Reisen Teller mit sich tragen, dabei gehören sie eigentlich zum Messer dazu. Dringend gebraucht wird ein Teller, wenn unterwegs ein Pfirsich gepellt oder ein Brot mit Leberwurst beschmiert werden soll. Natürlich lässt sich einwenden: »Wie oft hatte ich schon einen Teller dabei – und brauchte ihn gar nicht, weil der Leberwursthunger kleiner war als die Einsicht, Mitreisende nicht mehr als notwendig zu belästigen?« Der faltbare Teller der Firma Flatworld ist so dünn, so leicht, dass man sich nicht darüber ärgern muss, ihn unnötig nach Palermo und zurück transportiert zu haben.

19. Gemeinsame Musik

Gut, Rockstar, der Name des Steckers, ist etwas bescheuert, aber seine Funktion ist es nicht: Mit ihm können bis zu fünf Personen dieselbe Musik aus einem iPod oder einem Handy hören. Das schweißt zusammen, wenn man gemeinsam im Regionalexpress mit einem Gruppenticket unterwegs ist. Könnte auch helfen, wenn eine Zugbekanntschaft nicht erkennen will, dass der Small Talk jetzt doch langsam beendet ist: Stecker auspacken und freundlich anbieten: »Willst du mithören?«

20. Orientierung in Afrika

Man muss nicht sehr afrikaerfahren sein, um zu wissen, dass das afrikanische Straßensystem und seine Beschilderung nicht unbedingt europäischen Standards entsprechen. Es kann also sein, dass man sich schon mal verfährt. Hunderte Kilometer weit, wenn man Pech hat. Ganz schlecht in der Wüste. Wer um die gleich einen Bogen machen will, kauft sich eine GPS-Karte, auf der die Straßen des ganzen riesigen Kontinents verzeichnet sind: Tracks4Africa heißt sie. Diese Karte konzentriert sich auf das Wichtigste. Also zum Beispiel auch darauf, ob eine Straße aus Asphalt besteht oder nur aus Sand und ob hin und wieder wilde Elefanten durch die Gegend ziehen.

21. Brooks-Sattel

Ja, man kann den Brooks-Sattel inzwischen auch bei Manufactum kaufen, einen besonders teuren unter den sowieso nicht ganz billigen der Firma. Aber ist das ein Grund, Brooks zu meiden? Wahrscheinlich nicht. Dieser Ledersattel ist nämlich ein Mysterium: Er fühlt sich sehr, sehr hart an, und man denkt sich: Kann dem Hintern nicht guttun. Aber nach zwei- bis dreihundert Kilometern Fahrt (die schmerzen), tut nie wieder etwas weh, selbst auf stundenlangen Touren nicht, und das, obwohl der Sattel immer noch sehr, sehr hart ist. Kleiner Tipp am Rande: Man bekommt Brooks-Sattel von jeher bei sehr vielen Fahrradhändlern, einige sogar für weniger als 100 Euro. Gebraucht sollte man ihn aber niemals kaufen.

22. Äpfel, die was aushalten

Wer je eine Banane, eine Aprikose oder eine Birne mit auf die Reise nahm, kennt den Wunsch, es möge ein Obst existieren, das immun ist gegen das Zermatschen. Dieses Obst gibt es tatsächlich: den Apfel – genauer: den Braeburn- oder Gala-Apfel. Die sind laut Gerhard Baab, Versuchsleiter für Kernobst am Kompetenzzentrum Gartenbau in Rheinland-Pfalz, die Besten in Sachen »Druckresistenz und Haltbarkeit«. Noch robuster sind nur Kokosnüsse.

23. Triebwagen fürs Rad

Elektrofahrräder sind beliebt – bei allen, denen es egal ist, wie klobig ihr Fahrrad aussieht. Nun gibt es eine Erfindung, Ridekick heißt sie, die es möglich macht, jedes Fahrrad in ein elektrisch betriebenes Rad zu verwandeln. Der Motor wird dazu einfach an die Hinterachse angehängt. Und bei Bedarf, das ist das Schöne, auch wieder abgehängt.

24. Eine Jacke mit riesigen Taschen

Aus Verdruss entstehen einige der besten Erfindungen, in der Check-in-Schlange am Flughafen hat man zudem noch die nötige Zeit, seine Geistesblitze reifen zu lassen. Der Brite Andrew Gaule ärgerte sich im Sommer 2010 über die immer strenger werdenden Handgepäckregeln vieler Fluglinien. Mal war sein Köfferchen zu groß, mal zu schwer. Ringsum beobachtete Gaule, dass Passagiere kiloweise draufzahlen mussten. Das führte zu folgendem Gedankengang: 1. Ich könnte ja ein paar schwere Sachen in meine Jackentaschen packen. 2. Schade, dass die Taschen so klein sind. 3. Heureka! Es müsste eine Jacke mit ganz vielen riesigen Taschen geben! Die Idee der Big-Pocket-Travel-Jacke war geboren, Gaule verkauft sie inzwischen über seine kleine Firma Rufus Roo. Ihre Taschen bieten Platz für den Laptop, für Weinflaschen, Bücher, Schuhe, Hemden, Hosen oder was sonst nicht ins Handgepäck passt. Da es sich eher um eine lange Weste handelt, mit weit ausgeschnittenen Armöffnungen, lässt sie sich auch bequem über der eigentlichen Jacke tragen. Das sieht zugegebenermaßen albern aus, aber die Mitarbeiter am Check-in, in der Sicherheitsschleuse und am Gate sind schließlich keine Modepolizisten.

25. Eine gute Reisekamera

Trotz aller technischen Fortschritte sind richtig gute Fotoapparate noch immer schwer und groß, sodass sie sich kaum für den privaten Gebrauch auf Reisen eignen. Kompromisse sind das Smartphone oder Kompaktkameras, zum Beispiel die Canon G1 X, die Fujifilm X10 oder die Nikon P7100 (oder ihre jeweiligen Vorgängermodelle): allesamt sehr robust und nicht zu groß.

26. Innenpacktaschen

Reisetaschen sind praktisch immer durcheinander. Es sei denn, man überwindet den Reflex, Innenpacktaschen spießig zu finden, und benutzt zum Beispiel die von Eagle Creek. Am besten in drei Größen, je nach Bedarf ist die kleine dann Kabel-, Badezimmersachen- oder Filmrollenbehältnis.

27. Waldpfadfinder

Wer in Berlin radelt, hat Glück: Es gibt dort die mit Abstand schönste Wegfinder-Internetseite des Landes. Oder der Welt? Jedenfalls kann man sich unter bbbike.de seine Route nach Herzenslust zusammenstellen, man kann Pflastersteine und Ampeln meiden, man kann sich grüne Wege und Nebenstraßen wünschen. Die Karte kann man beim Programmierer Slaven Rezic auch für ein GPS-Gerät von Garmin beziehen. Kostenfrei. Gegen Spenden hat er jedoch nichts.

28. Der beste Mückenschutz

Licht abdrehen, Basilikum- und Tomatenpflanzen aufstellen oder Öllampen anzünden – diese Hausmittelchen kann man vergessen, wenn man lästige Stechmücken loswerden will. Am wirksamsten ist immer noch das gute alte Autan, zumindest für Deutschland, wohin sich kaum eine Malaria-Mücke verirrt. Das Autan Family, für Kinder entwickelt, ist noch etwas gesünder – für den Menschen, nicht für die Mücke.

29. Licht für den Kindle

Bücher aus Papier mögen für manchen schöner sein als die elektronischen, aber in der Dunkelheit kommen auch sie nicht ohne Strom aus (in der Kindheit war die Taschenlampenbeleuchtung unter der Decke ganz lustig, allerdings immer auch ein bisschen umständlich). Für das elektronische Lesegerät Kindle Touch bietet die Firma SolarFocus seit Kurzem das Solar Lighted Cover an: eine Mappe für das Gerät, in der eine ausklappbare Leseleuchte integriert ist, die den Bildschirm des Kindles anstrahlt (da dieser nicht von selbst leuchtet). Die Lampe zieht dabei ihren Strom nicht aus dem Akku des Kindles, sondern nutzt ihren eigenen, der tagsüber von Solarzellen auf der Vorderseite der Hülle gespeist wurde. Und schwächelt der Akku des Kindles, kann die gespeicherte Energie des Solar Lighted Covers sogar auf ihn übertragen werden.

30. Handy auf dem Lenker

Radfahrer mit Handy in der Hand sind auch keine besseren Menschen als Autofahrer mit Handy in der Hand. Erstaunlich viele Verkehrssünder scheinen es noch nicht zu wissen, aber für beide Einhandfahrer gibt es eine einfache Lösung: Was die Freisprechanlage fürs Auto, ist die Smartphone-Halterung fürs Fahrrad. Und seit sich smartere Mobiltelefone halbwegs verlässlich per Sprachsteuerung herumkommandieren lassen, ist es auch halbwegs zu verantworten, radelnd zu telefonieren, jedenfalls auf freien Strecken. Viel ratsamer ist natürlich die Verwendung des Smartphones als digitale Landkarte. Brauchbare Halterungen für die Lenkstange gibt es viele. Eine besonders wetterfeste Variante für das iPhone ist das DryBag des Fahrradausstatters Topeak. In der robusten Plastikhülle ist das Elektronenhirn wasserdicht verpackt, trotzdem lässt sich der Touchscreen noch überraschend gut bedienen. Dass die Plastikfolie etwas mehr spiegelt als der iPhone-Bildschirm, ist ganz gut so – sonst würde man womöglich noch während der Radtour kilometerlange E-Mails lesen. Da aber auch das Navigieren per GPS einigen Strom schluckt, sollte man sich vor der nächsten längeren Tour einen Akku besorgen, der vom Nabendynamo aufgeladen werden kann, zum Beispiel den E-Werk-Akku von Busch & Müller.