Was dieser Tage in Freiburg geschieht, wird die deutsche Hochschullandschaft verändern. Die traditionsreiche Universität hat ein sogenanntes University College gegründet, das sein Zuhause in den wunderschönen Bauten des ehemaligen Jesuitenkollegs finden wird.

Das Hauptangebot des Colleges ist ein neuartiger englischsprachiger vierjähriger Bachelorstudiengang Liberal Arts and Sciences, der eine Art modernes Studium generale mit Sprachkursen und dem Studium eines Hauptfachs verbindet, das man anschließend in einem Masterstudium weiter vertiefen kann. Vergleichbares kennt man bislang nur von angloamerikanischen Universitäten, als direktes Vorbild dient das College der Uni Maastricht in den Niederlanden.

Nun ist Freiburg in Deutschland zwar nicht Pionier des College-Gedankens – die Leuphana-Uni Lüneburg etwa verfolgt eine ähnliche Idee –, aber als sehr viel größere und noch dazu mit dem Exzellenzprädikat versehene Volluniversität kann ihm die Uni Freiburg zum Durchbruch verhelfen.

Das ist eine gute Nachricht für alle, die eine Alternative zum durchgetakteten Weg über das Abitur nach zwölf Jahren und zum streng fachbezogenen Bachelor suchen. Studieren über Fachgrenzen hinweg, die Auseinandersetzung mit Erkenntnistheorie und wissenschaftlicher Methodik, dieser Traum kann nun auch im oft benörgelten Bachelor-Master-System wahr werden.