Die E-Mail, die die Promotionsstipendiaten der Studienstiftung des Deutschen Volkes vergangene Woche erhalten haben, trägt die lapidare Betreffzeile: "Änderungen in der Promotionsförderung". Doch die Nachricht von Generalsekretär Gerhard Teufel hat es in sich: Dieses Jahr würden die Mittel knapp, "und wir müssen vorsorglich einige Sparmaßnahmen ankündigen". Dann wird aufgezählt: Keine Auslandsstipendien in diesem Jahr; Ende der Förderung spätestens mit Abgabe der schriftlichen Arbeit; Verlängerung der Förderzeit auf drei Jahre nur dann, "wenn Sie versprechen können, die Arbeit tatsächlich in diesem Zeitraum fertigzustellen". Diese letzte Sparbitte klingt so naiv wie die Begründung für den finanziellen Engpass: "Wir hatten so viele extrem gute Leute, dass wir es nicht verantworten konnten, sie nicht aufzunehmen", sagt Pressereferentin Katja Fels. 1350 Promovenden waren es 2011, 50 mehr als im Vorjahr.

Wie die anderen elf Begabtenförderwerke erhält die Studienstiftung ihr Geld vom Bund, die Summe war 2011 genauso hoch wie im Vorjahr. Aus dem Bundesbildungsministerium heißt es daher, die Studienstiftung habe "eine solide Grundlage" gehabt, um die Zahl der Aufnahmen zu kalkulieren. Das räumt auch die Stiftung ein. Gleichzeitig aber versucht sie, ihren Managementfehler schönzureden: Die Zahl der Doktoranden mit Kindern sei angestiegen, sagt Fels. "Wir bieten ihnen Zuschüsse für die Kinderbetreuung und eine längere Förderzeit an."

Die betroffenen Stipendiaten sind empört und zweifeln die Rechtsgültigkeit der formlosen Mitteilung an. Doch indem die Stiftung bei der Auslandsförderung und den Laufzeiten kürzt, nutzt sie vorhandene Spielräume. An die Grundförderung in Höhe von 1050 Euro monatlich darf sie nicht ran. Für die Stipendiaten besonders ärgerlich: Viele haben sich gerade deshalb für das größte deutsche Förderwerk entschieden, weil es eine besonders unkomplizierte Förderung von Auslandsrecherchen verspricht. Auch jetzt wirbt die Stiftungshomepage mit Auslandsstipendien. Doch wer ins Intranet klickt, sieht: Das Angebot ist rot durchgestrichen.