Peter Altmaier, das Twitter-Schwergewicht der deutschen Politik, hat jetzt als Bundesumweltminister alle Hände voll zu tun – und trotzdem noch einen Finger frei, um Botschaften in sein Handy zu tippen und in die Welt zu zwitschern. Vergangenen Freitag war er im niedersächsischen Atomendlager Asse, zusammen mit SPD-Chef Sigmar Gabriel. »Es war richtig gut, dass Sigmar Gabriel und ich gemeinsam in der Asse waren. Hat vielen Mut gemacht! Das Beste: Der Förderkorb hat gehalten!« Selbstironie geht eben auch auf 140 Zeichen.

140 Zeichen reichen aber auch für Spott und Häme über andere aus. Und mancher Politiker hat den einen oder anderen getwitterten Witz schon bereut und ihn deshalb schnell wieder gelöscht. Dumm nur, dass jetzt eine Internetseite diese Tweets aufspürt und auflistet. So wie den von US-Senator John McCain, den er nach dem Wahlsieg Wladimir Putins in die Welt geschickt hatte. Putin war von sich und seinem Erfolg so ergriffen, dass ihm Tränen über die Wange flossen. »Lieber Vlad, Überraschung! Überraschung! Du hast gewonnen. Das russische Volk weint auch!«, hatte McCain getwittert. Offenbar kam ihm später der Gedanke, dass es doch keine gute Idee war.

Wenn es also sogar schon eine Internetseite für gelöschte Tweets gibt, schlagen wir die Rubrik »Tweets, die noch nicht geschrieben wurden, die wir aber unbedingt lesen wollen« vor. In der ersten Folge twittert Peter Altmeier: »Zwischen mich und Gabriel passt kein Röttgen.« Teil zwei folgt.