»Des kriang ma scho«, ist der wohl häufigste Satz, den Karin Michalke von Bauer Hias zu hören bekommt. Das soll ihr Mut machen, wenn die Aufgaben drohen zu groß für sie zu werden – 99 Kuhdis (Kühe) einfangen, Melken, Butter machen, Käsen. Einen Sommer lang ist sie Sennerin auf der Ganai-Alm in Oberbayern, um auszubrechen, anzukommen und das Glück zu finden. Aus der erträumten Blumenwiesenidylle wird schnell harte Realität, als die gelernte Drehbuchautorin soachnoss (patschnass) im Regen steht und die letzte Koim (weibliches Jungrind) nicht findet. Trotzdem lernt sie das Almleben lieben, am meisten, wenn sie sich an Doras warmen Bauch lehnt und dem Pulsieren der Melkmaschine lauscht. Michalkes Erzählungen sind gespickt mit dem richtigen Schuss Selbstironie – mit fröhlichen und traurigen Tränen, traditionellen Rezepten und bayerischer Mundart. Es ist eine lange Suche, bei der sie eine Liebe verliert, aber eine viel wichtigere gewinnt: die zu sich selbst.