Flüchtig betrachtet, sieht das Gebilde auf unserem Foto aus wie ein Korallenriff. Schaut man näher hin, erkennt man Häkelmaschen. Ein Riff aus Wolle: Der Versuch eines Tauchers, eine Patchworkdecke zu häkeln? Oder der Topflappen 2.0? – Nein, ein Kunstwerk: Inspiriert wurde es von einem gehäkelten Riff der Schwestern Christine und Margaret Wertheim. Sie betreiben in Los Angeles ein Institut, das naturwissenschaftliche und mathematische Phänomene künstlerisch darstellen will. Das Nachfolgeriff, von dem unser Foto einen Ausschnitt zeigt, misst 40 Quadratmeter. Mehr als 600 deutsche und dänische Handarbeitsfans haben es geschaffen. Im Vergleich zu seinen Verwandten unter Wasser, auf deren Bedrohung es aufmerksam machen soll, ist es schnell gewachsen: Nach sechs Monaten war es fertig. Um die Wollkorallen zu sehen, muss man nicht tauchen können. Allerdings ist auch der Weg zu ihnen ein nasser. Sie sind, mit anderen gehäkelten Unterwasserorganismen, im Museum Kunst der Westküste auf der Insel Föhr ausgestellt. Daher auch ihr Name – The Föhr Reef.