Wer für das italienische Unternehmen Equitalia arbeitet, hat in diesen Tagen einen lebensgefährlichen Job. Unbekannte warfen Brandflaschen auf eine Equitalia-Filiale in der Toskana. In Rom verletzte eine Briefbombe einen Mitarbeiter. Eier, Flaschen und Steine flogen gegen die Eingangstür eines weiteren Büros. Eine Gruppe linksextremistischer Anarchisten hat zur Gewalt aufgerufen , aber auch ganz normale Bürger protestieren zu Hunderten.

Equitalia, das ist kein Unternehmen wie jedes andere: Der italienische Staatskonzern treibt im Auftrag der Finanzämter Steuern im Lande ein. Und so ist es zurzeit in Südeuropa. Die Wut über die schlechten Zeiten entlädt sich auf der Straße, und am Pranger stehen ausgerechnet diejenigen, die die Haushalte zu sanieren versuchen – die kürzen, einsparen oder wie Equitalia höhere Steuern eintreiben wollen.