Wo liegen meine Stärken? Was kann ich besser als andere? Nur wer seine Kompetenzen kennt, kann sie im Beruf nutzen. Wichtige Antworten finden Sie in – den Hobbys. Was jemand in seiner Freizeit mit großer Begeisterung tut, sagt viel über seine Talente, Kompetenzen und Potenziale aus. Bei jedem Hobby, in dem Sie wirklich gut sind, sollten Sie sich fragen: Welche Eigenschaften brauche ich, um es auszuüben? So manches Steckenpferd kann – frei nach dem Aphoristiker Peter Sirius – seine Rasse auch im Beruf beweisen.

Zum Beispiel habe ich einen Wirtschaftsanwalt beraten, der ein vorzüglicher Schachspieler war. Im Beruf wurde er immer wieder von Machtspielchen seiner Kollegen ausgebremst. "Ich bin einfach zu naiv", sagte er, "ich habe für Büropolitik kein Händchen."

Da sprach ich ihn auf sein Hobby an: "Aber beim Schach müssen Sie doch auch strategisch denken und die Züge Ihres Gegners vorhersehen – inwiefern ließe sich das auf die Büropolitik übertragen?"

Diese Frage weckte seinen Ehrgeiz. Er nahm sich vor, seine nächsten Entscheidungen im Beruf als Spielzüge zu betrachten und im Vorfeld die möglichen Manöver seiner Kontrahenten einzuschätzen. Auf einmal hatte er Spaß an Büropolitik – schon in der ersten Woche stellten sich neue Erfolge ein, denn er war ein ausgebuffter Stratege. Diese Fähigkeit hatte er bis dahin für seinen Beruf noch nicht erschlossen.

Wer Marathon läuft, muss für sein Training gut organisiert sein und große Ausdauer mitbringen. Solche Kompetenzen lassen sich vom Hobby auf den Beruf übertragen. Vor allem das spielerische Element ist dabei wichtig: Als Trainingsplan für einen Marathon gesehen, wird der Fortbildungsplan reizvoll. Als Schachspiel betrachtet, wird die Büropolitik zur Herausforderung.

Jedes Hobby ist eine Quelle für Kompetenzen. Wer es versäumt, diese Ressourcen im Berufsleben zu nutzen, kann schnell schachmatt sein.