Seit Gründung erscheint das Magazin in einer Auflage von 10000 Stück. Viele Hefte gehen per Freiabo an Mandatsträger, Lobbyisten und Multiplikatoren. p&k erreicht damit fast eine 100-Prozent-Abdeckung der Zielgruppe. Das macht das Magazin attraktiv für Werbekunden. Nach vier Jahren machte Helios einen Umsatz von über einer Million Euro und beschäftigte rund 100 Mitarbeiter, darunter ein Heer von Praktikanten. Dennoch stand der Verlag Ende 2005 kurz vor der Pleite. "Wir haben alles selbst gemacht. Jeder war irgendwie für alles zuständig", erzählt Hetzel. Ein Fehler, den der Jungunternehmer gerade noch rechtzeitig bemerkte. Er holte für ein halbes Jahr einen Berater von Roland Berger an Bord, stellte eine Buchhalterin ein, professionalisierte die Unternehmensstrukturen, stoppte unrentable Projekte – und entließ die Hälfte der Mitarbeiter. "Das war ein bitterer Moment", sagt Hetzel, zumal die meisten Leute aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis gekommen seien. Im Jahr 2006 sei er unternehmerisch erwachsen geworden.

Mit Torben Werner wurde ein Ex-Praktikant zum Geschäftsführer. Gemeinsam entwickelten sie ein Geschäftsmodell. "Mit den Magazinen gründen wir Marken, an die wir ganze Produktketten koppeln. Verbände, Veranstaltungen, Weiterbildungsangebote. Und mit denen verdienen wir eigentlich Geld", sagt Hetzel. Dabei fokussiert sich das Unternehmen nicht mehr nur auf PR und Politik. Seit 2009 wird über den Verlag auch das Management des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) abgewickelt. Helios hat überdies auf dem privaten Bildungsmarkt Fuß gefasst.

So hat Hetzel den perfekten Spielplatz für Netzwerker, Großstrippenzieher und Lobbyisten geschaffen. Ein Platz, auf dem er selbst am liebsten spielt. Abends trifft man ihn bei Festen in den Landesvertretungen, wo er wie der Hausherr am Eingang steht und den Gästen die Hände schüttelt.

Zu seinem Reich gehört auch eine Hochschule für Pressesprecher

Mittlerweile macht das Unternehmenskonglomerat 14 Millionen Euro Umsatz. Über den Gewinn schweigt Hetzel. Wie ein Jongleur mit den Bällen spiele er mit seinen Firmen, sagt ein Mitarbeiter. Er selbst sagt: "Ich bin unternehmerisch angekommen. In Berlin ist alles möglich, man muss nur dran glauben. Ob Politik oder Unternehmersein – letztlich ist doch alles nur ein Spiel."

Heute beschäftigt Helios mehr als 120 Menschen und hat ein ganzes Haus am Werderschen Markt in Berlin-Mitte bezogen, gleich neben dem Auswärtigen Amt. Im Verlag herrscht Clean-Desk-Policy, und Mitarbeiter berichten von Wutanfällen des Verlegers, wenn einmal abends der Schreibtisch nicht leer geräumt ist. Am Nachmittag treffen sich die Mitarbeiter zur gemeinsamen Pause im Erdgeschoss. Wer nicht dabei sein kann, muss sich beim Chef abmelden.